ÖAMTC warnt vor Schnellschuss bei "Pickerl neu"

Keine Entscheidung über Prüfintervalle ohne Expertenmeinung

Wien (ÖAMTC-Presse) - Vor einer verbindlichen Neuregelung der Paragraph 57a-Überprüfung ("Pickerl") ohne vorherige Einbindung von Experten, warnt der ÖAMTC eindringlich.

Bisher musste man jährlich zur Überprüfung gehen, der derzeitige Entwurf zur Neuregelung sieht eine Erstüberprüfung erst nach drei Jahren vor. "Eine Lockerung der Prüfintervalle ist sicher vertretbar, aber eine Ausweitung von einem auf drei Jahre schießt übers Ziel", betont Karl Obermair, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Der ÖAMTC - mit über 600.000 Pickerlüberprüfungen jährlich -immerhin die größte Prüfstelle des Landes - hat eine exakte Mängelstatistik erstellt. Auf Basis dieser Daten hat der Club in einem Schreiben an Vizekanzlerin Riess-Passer und Infrastrukturministerin Forstinger einen sachlich fundierten Kompromissvorschlag dargestellt.

Der ÖAMTC schlägt für die Neuregelung der Pickerlüberprüfung folgendes vor:

1. Bei neuen Pkw und Kombis könnte man im ersten Jahr auf das Pickerl ganz verzichten, weil nur etwa 1,5 Prozent aller Neuwagen gröbere Mängel aufweisen.

2. Im zweiten Jahr wäre nach Ansicht des Clubs auch ein "Pickerl light" ausreichend. Konkret müsste man nicht unbedingt den vollen Umfang der Pickerlüberprüfung vorsehen, sondern einen kurzen Sicherheits- und Abgas-Check der sich auf die häufigsten der festgestellten Mängel, z.B. bei Bremsen, konzentriert.

3. Erst nach drei Jahren sollte dann - so wie bisher auch - der volle Umfang der Pickerlüberprüfung jährlich zur Anwendung kommen.

4. Aus Sicherheits- und Umweltgründen sollte diese Lockerung der Prüfintervalle nur für jene Pkw und Kombis gelten, die jährlich weniger als 40.000 Kilometer Fahrleistung aufweisen. Bei Fahrzeugen mit höherer jährlicher Kilometerleistung treten zum Beispiel verschleißbedingte Mängel viel häufiger auf. Daher muss nur für diese Gruppe eine Pickerlüberprüfung einmal pro Jahr vorgeschrieben bleiben.

"Eine gewisse Lockerung der Prüfintervalle ist sicher möglich ohne die Sicherheits- und Umweltstandards zu gefährden. Die Materie ist aber so komplex, dass keine Beschlussfassung ohne Einbindung von Experten erfolgen darf", argumentiert ÖAMTC-Sprecher Obermair.

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