Echerer: Europaparlament verlangt von EU-Kommission Ende der Langstrecken-Tier-Transporte

Grüne: Ende der organisierten Tierquälerei durch Schlachttiertransporte höchst an der Zeit

Straßburg/Wien (OTS) "Das Plenum des Europäischen Parlaments hat heute, Mittwoch, den Bericht Maat ´Über das Wohlergehen der Tiere während des Transports´ - eine Stellungnahme zum Jahresbericht der Kommission über die Situation der Tiertransporte - angenommen", berichtet Mercedes Echerer, Tierschutzsprecherin der Grünen-EFA-Fraktion. "Der Bericht enthält die von der Grünen-EFA-Fraktion schon lange gestellten Forderungen an die EU-Kommission, der Tierquälerei durch überlange Transporte in unzureichend ausgestatteten Fahrzeugen endlich einen Riegel vorzuschieben. Jährlich werden mehr als zwei Millionen Schlachttiere quer durch Europa gekarrt, häufig unter grauenvollen Bedingungen. Es geht aber nicht nur um Tierschutz: Durch diese Langstreckentransporte von Lebendtieren wurde die Verbreitung von Tierseuchen wie BSE und MKS ermöglicht. Der Bericht stellt den Mitgliedstaaten dementsprechend ein verheerendes Zeugnis aus und kritisiert die passive Haltung der Kommission, die in all den Jahren kaum die ungenügende oder fehlende Umsetzung der Richtlinie von Seiten der Mitgliedstaaten geahndet hat.

"Wenn es um Wettbewerbsverletzungen geht, reagiert die Kommission schnell und konsequent, beim Tiertransport aber wurden selbst die eklatantesten und sichtbarsten Beweise jahrelang ausgesessen. Die Kontrolle der Einhaltung der Richtlinie ist absolut unzureichend," so Grün-Abgeordnete Mercedes Echerer. "Für Transporteure ist es billiger, schlecht ausgestattete und überladene Transporte auf die Straße zu bringen und die viel zu geringen und seltenen Strafen auf sich zu nehmen. Wir müssen endlich für ein lückenloses Kontrollsystem sorgen, damit sich Verstöße gegen die Transportvorschriften nicht mehr lohnen."

Zu diesem Zweck soll für Transportunternehmen eine europaweit einheitliche Zertifizierung vorgeschrieben werden, die Fahrer müssen entsprechend geschult werden und dies auch nachweisen können. Außerdem müssen ausreichend Transportinspektoren zur Verfügung stehen und ein einheitliches und effizientes Informationssystem geschaffen werden. "Der Bericht Maat läßt sich auf keine Kompromisse zulasten der Tiere ein und fordert mit Nachdruck die Behebung der seit langem bekannten Mängel, verknüpft mit der Forderung nach einer rigorosen Einschränkung der Transportdauer auf maximal acht Stunden." so Echerer weiter. "Das Parlament hat hier und in der letzten Plenartagung, in der die Streichung des Budgets für Exportsubventionen von Lebendtiertransporten in Drittstaaten beschlossen wurde, ein deutliches Signal gesetzt. Kommission und Rat müssen endlich die Konsequenzen ziehen" so Echerer abschließend.

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