ARBÖ: Änderung des Pickerlüberprüfungsintervalls ist ein "Keulenschlag"

Experten einig: längere Prüfintervalle sind Anschlag auf Verkehrssicherheit und Umweltschutz

Wien (ARBÖ) - Für den ARBÖ ist die geplante Veränderung der jährlichen Pickerlüberprüfungsintervalle als Anschlag auf Verkehrssicherheit und Umweltschutz anzusehen. Auch zahlreiche namhafte Experten, wie Univ.-Prof. Hans Peter Lenz sowie aus dem Kraftfahrzeuggewerbe und der Wissenschaft sind sich einig, dass dadurch sowohl die Verkehrssicherheit als auch der Umweltschutz stark beeinträchtigt würden.

Im Jahre 1973 wurde die Wiederkehrende Begutachtung gemäß § 57a Kraftfahrgesetz aus Gründen der Verkehrs- und Betriebssicherheit bei den einzelnen Fahrzeugen und damit der allgemeinen Verkehrssicherheit eingeführt. Die damals gewählten Intervalle waren nur der Beginn einer guten Entwicklung in der Verkehrssicherheitsarbeit, so der ARBÖ.

Es darf nach Meinung des ARBÖ nicht vergessen werden, dass die seit 1987 eingeführte jährliche Wiederkehrende Begutachtung auch dem Umweltschutz dient und zur Verbesserung der ökologischen Situation beigetragen hat. Eine jährliche Abgaskontrolle bewirkt geringeren Treibstoffverbrauch, die Kontrolle der Dieselrußpartikel und in weiterer Folge eine Verbesserung in der gesamten Schadstoffbilanz, betont der ARBÖ.

Umfangreiche Untersuchungen und Unterlagen weisen ebenfalls eindeutig darauf hin, welche fatalen Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit und den Umweltschutz die "Vereinfachung beim Autopickerl" hätte:

  • 1,4 Prozent der Neufahrzeuge (Pkw und Kombi) weisen bereits nach einem Jahr schwere Mängel auf, die durch die bisherige jährliche Überprüfung erkannt und abgestellt werden.
  • Würde man die Prüfintervalle auf drei Jahre ausdehnen, so würden bereits zehn Prozent der in den letzten drei Jahren zugelassenen Fahrzeuge schwere Mängel aufweisen.
  • davon betreffen die Hälfte die Bremsanlagen, ein Viertel weisen abgasrelevante Schäden auf.
  • bei 300.000 Neuzulassungen pro Jahr wären nach einer geplanten dreijährigen Begutachtung 30.000 Fahrzeuge mit schweren Mängeln unterwegs, davon 15.000 mit defekten Bremsen
  • Zur Abgassituation ist zu bemerken, dass bereits jetzt - trotz jährlicher Begutachtung - etwa fünf Prozent der Fahrzeuge abgasrelevante Schäden aufweisen, sodass diese fünf Prozent der Fahrzeuge 50 Prozent der giftigen Kohlenmonoxid-Emissionen ausstoßen.

Unverständlicherweise will die Bundesregierung trotz dieser Fakten zum Zustand des Jahres 1973 mit Prüfintervallen von drei Jahren nach Zulassung des Neufahrzeuges, weiteren zwei Jahren und dann jährlich für einen "Sicherheits-Check" zurückkehren.

ARBÖ Präsident Dr. Herbert Schachter: "Zur Verkehrssicherheit gehört auch der Zustand der Kraftfahrzeuge. Hier geht es darum, dass keine Veränderungen bei der § 57a-Begutachtung vorgenommen werden. Beschädigte Unfallfahrzeuge lassen sich auch nicht durch hohe Kilometerfahrleistung erkennen. Die jährliche Begutachtung bedeutet daher auch Konsumentenschutz beim Kauf von Gebrauchtfahrzeugen."

Wer wie ÖVP-Verkehrssprecher Mag. Helmut Kukacka meint, dass durch eine Streckung der Prüfungsintervalle dem Kraftfahrer gedient wird, irrt. Dem Kraftfahrer wird durch jährliche Kontrolle gedient, dass er sein Fahrzeug abgasmäßig richtig und verbrauchsmäßig sparsam nützen kann. Es wird ihm weiters durch die jährliche Kontrolle der Verkehrs-und Betriebssicherheit ein Zeugnis über den Zustand seines Fahrzeuges ausgestellt, stellt der ARBÖ abschließend klar.

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