WGG-Reform öffnet Weg für Gemeinnützige Wohnungseigentumsgesellschaften

Kooperation der GBV mit Partnern

Wien (OTS) - Als "unsachlich und unangebracht" qualifizierte heute Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der Gemeinnützigen, die jüngst angemeldete Kritik und Klagedrohung einer kleinen Gruppe von Bauträgern gegen die in der kommenden Novelle zum Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) vorgesehenen "gemeinnützigen Wohnungseigentumsgesellschaften".

Wurm bezog sich damit auf die von Dr. Winfried Kallinger, dem Sprecher der gewerblichen Bauträger in der Bundesinnung der Immobilientreuhänder, geäußerten Vorwürfe, mit den künftig möglichen gemeinnützigen Tochterunternehmen der GBV werde Kapital "in private Taschen fließen", da an diesen Tochtergesellschaften auch nicht gemeinnützige Minderheitsgesellschafter beteiligt sein können.

Tatsache ist vielmehr, dass durch diese Möglichkeit zusätzliches Kapital zur gemeinnützigen Muttergesellschaft fließt, somit gemeinnütziges Vermögen gestärkt wird. Durch den starken Rückgang der Wohnbauförderung wird zukünftig ein höheres Fremdfinanzierungserfordernis schlagend, wobei eine ausreichende Eigenkapitalausstattung der Unternehmen Grundvoraussetzung für zinsengünstiges Fremdkapital und damit niedrigere Wohnungspreise ist. Die Banken prüfen schon jetzt - also vor Basel 2 - die Bonität der Bauträger genau und es ist eine Tatsache, dass die österreichischen Bauträger über zu wenig Eigenkapital verfügen. Dies müsste auch dem Sprecher der gewerblichen Bauträger bekannt sein.

Bauimpulse durch die Gemeinnützigen

Um unter geänderten Rahmenbedingungen auch in Zukunft preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen zu können, ist bei zahlreichen Unternehmen die Zuführung von Eigenkapital notwendig. So auch bei manchen GBV. Ein Viertel der gemeinnützigen Unternehmen hat eine Eigenkapitalquote von unter 8 Prozent, ein weiteres Viertel liegt unter 14 Prozent. In Deutschland, wo schon relativ wenig Wohnbauförderung gegeben wird, liegen die Eigenkapitalquoten bei über 20 Prozent.

Die professionelle Verwertung zum Beispiel jener Wohnungen, die mit Eigentumsoption ausgestattet sind, zusammen mit Partnern kann dieses Kapital bringen. Die Tochtergesellschaft muss diese Wohnungen der Mutter abkaufen, Basis dafür ist eine exakte Bewertung von Sachverständigen, die Preisbildung wird vom Prüfer streng kontrolliert.

Verkürzt man die Frist für den Einsatz von Eigenkapital wie vorgesehen von 5 auf 3 Jahre und die Liquiditätsreserve von 110 auf 20 Prozent, so ist ein Nachschub an Eigenkapital dringend erforderlich. Diese Regelung ist auch aus wohnungswirtschaftlichen Gründen höchst sinnvoll, da - wie die Erfahrungen zeigen - in konjunkturellen Abschwungphasen die Bautätigkeit privater Bauträger im freifinanzierten Wohnbau derart rasant zurückgeht, dass sie als konjunkturstabilisierender Faktor praktisch ausfällt. Der freifinanzierte Wohnbau befindet sich mit einer absehbaren Bauleistung von 3.000 Wohnungen auf einem absoluten Tiefstand.

Von einem "Verschleudern" der Wohnungen an die gemeinnützigen Tochterunternehmen und darauf folgendem Weiterverkauf zum Höchstpreis an die Mieter, wie es Kallinger darstellt, könne überhaupt keine Rede sein", streicht der GBV-Obmann hervor: "Nach wie vor gelten nämlich für alle Transaktionen die gemeinnützigkeitsrechtlichen Preisbildungsvorschriften". Erträge, die der privaten Partner aus seiner Beteiligung an den Eigentumsgesellschaften lukriert, unterliegen natürlich der Besteuerung. Der Schutz des gemeinnützigen Vermögens sei weiterhin gesichert, betont Karl Wurm, da der Kapitaleinsatz bei den gemeinnützigen Tochterunternehmen streng limitiert sei und die Erträge daraus wieder in das gemeinnützige Mutterunternehmen zur Erhöhung der Eigenkapitalausstattung fließen. Der GBV-Chef findet es abschließend als "bemerkenswert", dass die gewerblichen Bauträger darüber befinden wollen, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Gemeinnützigen beschaffen sein sollen - "diese Form der Marktbeeinflussung stellt ein vollkommen neues Element in der österreichischen Wohnungswirtschaft dar".

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Mag. Karl Wurm
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