Industrie: Österreich muss Wasser-Chance am Weltmarkt nutzen

Industriellenvereinigung stellt gemeinsam mit Umweltministerium Initiative "Water & more" vor - Unterstützung für Aufbau eines "Wassernetzwerkes" und Export von Know how - Rasch weitere Partnerschaften Industrieunternehmen- Kommunale Ver- und Entsorger bilden

Wien (PdI) Mit einer breiten Initiative unter dem Titel "Water & More" unterstützen Industriellenvereinigung (IV) und Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) die Bildung eines österreichischen Wassernetzwerkes und damit den Export von Wasser Know how von Unternehmen. "Im Vordergrund stehen Know how-Partnerschaften von Unternehmen mit kommunalen Ver- und Entsorgern, Städten und Gemeinden, im Sinne einer von der Politik unterstützten private sector participation", betonte IV-Generalsekretär Dkfm. Lorenz Fritz:
"Österreich ist vielleicht keine Fußball-, aber sicherlich eine Wassernation. Der natürliche Ressourcenreichtum und das bisher eindrucksvoll erarbeitete Know-how können am Weltmarkt, insbesondere in der Kernkompetenz Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung, noch stärker genützt werden."

Schon gegenwärtig verfügt Österreich über eine Reihe von Unternehmen, die besondere Stärken bei Wasserver- und Abwasserentsorgung haben. Der IV-Generalsekretär nannte beispielhaft evn wasser, Andritz AG, VA Tech WABAG, OMV Proterra oder den Wasserdienstleister Allplan. Die Hauptexportmärkte heimischer Wasserunternehmen liegen in Europa und in den Zukunftsmärkten Südostasiens, Südamerikas sowie im Nahen und Mittleren Osten mit besonderem Schwerpunkt im Export von Anlagen zur Aufbereitung und Versorgung von Trinkwasser. In den österreichischen Nachbarstaaten in Mittel- und Osteuropa profilieren sich heimische Unternehmen vor allem im Bereich der Abwasserentsorgung. "Die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union wird diesen Exporterfolgen zusätzliche Dynamik verleihen", so der IV-Generalsekretär.

Die Ausgangssituation ist für die industriellen und privatwirtschaftlichen Unternehmen der Wasserwirtschaft somit durchaus positiv. Im Bereich der öffentlichen Hand gibt es jedoch ein für Österreich nicht unübliches Strukturproblem: gegenwärtig gibt es in Österreich nicht weniger als 4.000 Unternehmen im Bereich der Wasserversorgung und rund 250 in der Abwasserentsorgung.

Diese atomistische Struktur kann in vielen Fällen unwirtschaftlich sein, sind die kommunalen Unternehmen doch aufgrund ihrer Kostenstruktur international nur bedingt wettbewerbsfähig und könnten daher im geöffneten Markt - weder im In- noch im Ausland -erfolgreich bestehen. "Damit österreichische Wasserunternehmen am Weltmarkt als gleichwertige Partner mitspielen können und vor Übernahmen geschützt sind, ist die Schaffung größerer Einheiten unabdingbar. Zusammenschlüsse zu Multi-Utility Unternehmen ist ein möglicher Schritt - auch ein Engagement im Ausland wird dadurch realistischer", betonte Lorenz Fritz.

Kooperationen zwischen öffentlicher Hand und privaten Unternehmen fördern
 
Vor allem aber müssen aus Sicht der Industrie neue Formen der Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privaten Unternehmen im Bereich Wasser gefunden werden. Je nach Aufgabendelegierung, Haftung und Risiko, Eigentumsstruktur und Vertragsdauer lassen sich graduell unterschiedliche Beteiligungsformen definieren:

Dienstleistungsvertrag
Pachtmodell
Kooperationsmodell
Konzessionsmodell
Betreibermodell
 
Für das von der Industrie favorisierte Betreibermodell spricht vor allem die Kosteneinsparung und das hohe Produktionsregelungspotenzial: Teile der Aufgaben, die derzeit noch von der öffentlichen Hand erfüllt werden, werden an private Unternehmen ausgelagert. Die Letztverantwortung und Gebührenhoheit bleibt freilich bei der Gemeinde.
 
Investitionsbedarf der Städte und Gemeinden von 11,6 Mrd. Euro bis 2010

Die heimischen Bürgermeister werden, wenn sie die Wasserver- und Abwasserentsorgung selbst weiterbetreiben wollen, in den kommenden Jahren vor Probleme gestellt sein: ein geschätzter Investitionsbedarf in den nächsten zehn Jahren von mehr als 11,6 Mrd. Euro stellt die Gemeinden vor massive finanzielle Herausforderungen. In den vergangenen vierzig Jahren wurden - zum Vergleich - in Österreich 18,9 Mrd. Euro in die Siedlungswasserwirtschaft investiert. Die nicht gerade einfache Finanzsituation einiger Kommunen gestaltet sich mit diesen Vorgaben vor allem dann noch angespannter, wenn in die Rechnung die Rücknahme von Förderungen für Projekte in diesem Sektor von 293 Mio. Euro auf 145 Mio. Euro bis 2004 eingerechnet wird. IV-Generalsekretär Fritz: "Private Investoren könnten diese Lücke schließen und einen Investitionsstau verhindern - ganz im Sinne einer Win win-Situation für alle."
 
Die Öffnung der Wassermärkte bietet nicht nur für die österreichische Industrie große Vorteile, sondern sie sichert den Bestand der Wasservorräte, bewahrt Gemeinden vor überdimensionierten Investitionen und stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich generell. "Ein langes Hinauszögern der Einführung von Kooperationen zwischen Unternehmen und öffentlicher Hand setzt nicht nur große Chancen für unsere Wirtschaft leichtfertig aufs Spiel, sondern gefährdet auch die langfristige Sicherung unserer wertvollsten Ressource, des Wassers", betonte der IV-Generalsekretär.
 
"Water & More": Die Initiative
 
Im Vordergrund der gemeinsamen Initiative von IV und BMLFUW stehen die Ziele

die österreichischen Unternehmen der Wasserwirtschaft international noch bekannter zu machen und
ihre Exportchancen durch die Bündelung der Kräfte in einem Wassernetzwerkknoten zu erhöhen

In einer umfassenden deutsch-englischen Broschüre "Water and more" und auf der Webpage www.wasser-wirtschaft-wohlstand.at oder www.waterandmore.at finden Interessierte neben detaillierten Informationen zur österreichischen Wasserwirtschaft eine Reihe österreichischer Unternehmen, die in diesem Sektor tätig sind. Industriellenvereinigung und Bundesministerium werden gemeinsam mit weiteren Partnern für die zielgenaue Positionierung der Informationsplattformen sorgen.

Weitere Informationen:

www.wasser-wirtschaft-wohlstand.at
www.waterandmore.at
www.iv-newsroom.at
www.iv-net.at

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