Viele Apotheken bieten Möglichkeit zur Blutzuckermessung an

Morgen - 14. November - ist Weltdiabetestag

Wien (PTS). Anlässlich des morgigen Weltdiabetestages am 14. November weist die
Österreichische Apothekerkammer auf das Angebot vieler Apotheken hin, mit Geräten zur Selbstmessung den Blutzuckerwert zu bestimmen . Dieses "Vorscreening", wie es von den Apothekern genannt wird - es beinhaltet auch die Messung der Cholesterinwerte, des Blutdruckes und des Gewichtes - soll bei Werten die nicht der Norm entsprechen eine Motivation sein, sofort zur viel umfassenderen Vorsorgeuntersuchung beim Arzt zu gehen, wobei die jährliche Vorsorgeuntersuchung grundsätzlich empfohlen ist.

Die Messung der Blutzuckerwerte funktioniert ganz einfach: Nach einem Stich in den Finger, bei dem ein Tropfen Blut entnommen wird, bestimmen moderne Geräte den Blutzuckerwert. In nur wenigen Minuten liegt das Ergebnis vor. Viele Apotheken verfügen bereits über diese Geräte, mit denen jeder selbst, unter Anleitung der Apotheker, die Blutwerte für Zucker und Cholesterin bestimmen kann.

Der Weltdiabetestag wird am Geburtstag von Sir Frederic Grant Banting (1891 - 1941, Nobelpreis für Medizin 1923) begangen. Banting hat 1921 gemeinsam mit Charles Herbert Best das Insulin entdeckt und die entsprechende Therapie eingeführt. Dieses Jahr steht der Weltdiabetestag unter dem Motto "Diabetes - die große Gefahr für Herz und Kreislauf".

Zur Zeit gibt es weltweit mehr als 150 Millionen Diabetiker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet damit, dass diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf 300 Millionen ansteigen wird. Dieser Anstieg ist bedingt durch das Bevölkerungswachstum, das Älterwerden der Bevölkerung, die Verstädterung, die ungesunden Ernährungsgewohnheiten und Folge der sitzenden Lebensführung. In Österreich sind etwa 400.000 Diabetiker bereits in ärztlicher Behandlung. Die Dunkelziffer liegt jedoch viel höher. Jeder Zehnte -so schätzen Experten - ist an Diabetes erkrankt. Nur - viele wissen noch nicht, dass sie einen zu hohen Blutzuckerspiegel haben. Dabei ist Diabetes mellitus eine der wesentlichen Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein großer Teil der Herzinfarkte und Schlaganfälle ist letztlich auf einen gestörten Zuckerstoffwechsel zurückzuführen.

Von Diabetes mellitus spricht man, wenn der Körper kein Insulin mehr produziert - oder nicht genug Insulin - oder wenn er nicht in der Lage ist, das produzierte Insulin effektiv zu nutzen. Ohne Insulin kann der Körper aus der Nahrung nicht die Energie gewinnen, die er braucht. Die Nahrung wird nämlich größtenteils in Glukose verwandelt, eine Form von Zu-cker. Insulin verhilft der Glukose zur Energieversorgung in die Körperzellen zu kommen. Oh-ne Insulin staut sich die Glukose - anstelle in die Zellen zu gelangen - im Blutstrom auf .

Es gibt zwei Hauptformen des Diabetes:
TYP 1-DIABETES
Dieser Diabetes wurde früher der insulin-pflichtige oder juvenile Diabetes genannt. Typ1-Diabetes entsteht dann, wenn sehr wenig oder gar kein Insulin gebildet wird. In diesem Fall muss Insulin injiziert werden. Typ 1-Diabetes entwickelt sich hauptsächlich bei Kindern and Jugendlichen, wird aber auch bei Erwachsenen gefunden. Ungefähr 10 % aller Diabetiker lei-den unter Typ 1-Diabetes.
TYP 2-DIABETES
Der früher nicht-insulinpflichtig oder "Altersdiabetes" genannte Typ 2-Diabetes entsteht, wenn der Körper nicht in der Lage ist, genügend Insulin zu produzieren um seinen Bedarf zu decken oder wenn er das Insulin, das regelrecht produziert wurde nicht verwerten kann. Dieser Zustand kann durch Diät, orale Medikamente und regelmäßige körperliche Aktivität beherrscht werden. Typ 2-Diabetes kommt hauptsächlich bei Erwachsenen vor, wird aber auch bei jungen Leuten immer häufiger.

Typ 2-Diabetes ist die weitaus häufigste Diabetesform und steht für
ca. 90 % aller Fälle. Der Typ 2-Diabetes entwickelt sich oft schleichend und über Jahre hinweg unbemerkt. Bei der Hälfte aller Menschen mit Diabetes treten gar keine Beschwerden auf. Wird Diabetes nicht behandelt, kann es zu schwerwiegenden Folgeschäden kommen. In drei von vier Fällen sind es die Symptome der Folgeerkrankungen, die den Anlass für einen Arztbesuch geben, bei dem dann die Diagnose Diabetes gestellt wird.

An einen Diabetes-Check sollte man denken, wenn einer oder
mehrere
der folgenden Punk-te zutreffen:
· Bluthochdruck und/oder Fettstoffwechselstörungen
· Alter über 50 Jahre
· Sehstörungen, die ihre Ursache in Veränderungen des Augenhintergrundes haben
· Empfindungsstörungen in den Beinen
· Impotenz
· übermäßiger Durst und häufiges Wasserlassen
· Infektionsneigung der Haut und Wundheilungsstörungen

Bei einem Gesunden liegt der Blutzucker, in nüchternem Zustand gemessen, im Bereich von 55 bis max. 115 mg/dl.
Bei unzureichender Insulinproduktion oder fehlender Wirksamkeit des Insulins kann der Blut-zuckerspiegel auf bis zu 800 mg/dl ansteigen. Überschreiten die Werte ungefähr 180 mg/dl, versucht der Körper den Blutzucker mit dem Urin auszuscheiden. "Diabetes mellitus” (lat. honigsüßer Durchfluss) bedeutet nichts anderes als Zucker im Urin. Auf den vermehrten Harndrang mit dem verbundenen Flüssigkeitsverlust reagiert der Körper mit einem starken Durstgefühl.

Durch den verstärkten Ausscheidungsprozess gehen auch die Nährstoffe, die die Zellen mit Energie versorgen, verloren. Leistungsabfall und Müdigkeit sind die Folge. Der Zellstoffwech-sel zapft nun andere Vorräte an. Zuerst Glykogen, danach das körpereigene Fettdepot. Beim Fettabbau entstehen als Stoffwechselprodukte Ketonkörper (Aceton). Diese verursachen ei-ne Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) und den typischen Acetongeruch.

Daher ist besonders für Risikogruppen, wie Menschen mit Übergewicht,
eine Vorsorge und eine regelmäßige Kontrolle ihrer Blutzuckerwerte sehr wichtig. Eine entsprechende Umstel-lung des Lebensstils mit mehr Bewegung und bewusster Ernährung hilft die Gesundheit mög-lichst lange zu erhalten. Wenn die Lebensgewohnheiten in diesem Sinne geändert werden, sinkt das Risiko an Diabetes zu erkranken bereits um über 50 %.

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