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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Menetekel des Schreckens

Utl.: Ausgabe vom 13. Nov. 2001=

Und wieder ein Rauchzeichen, ein Menetekel des
Schreckens am Himmel über New York. Hatte man nicht alles Menschenmögliche unternommen, alle nur erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen? War es zwei Monate nach dem apokalyptischen Terror nicht unmöglich geworden, dass sich Tod und Feuer dergestalt fast am selben Ort wiederholen? Natürlich war nichts auszuschließen, aber gleich so?
Es gab und gibt keine ausreichenden Antworten. New York, und mit dieser geschlagenen Stadt waren gestern Millionen Menschen auf der ganzen Welt wie gelähmt. Selbst wenn man schon gestern eindeutig beantworten hätte können, war es Terror, war es die Technik?, es ändert nichts. Was immer zum Absturz geführt haben mag, die "Normalität", auf die man zu hoffen begonnen hatte, gibt es nicht. Die Normalität, wie sie gestern durch die UNO-Hauptversammlung wenige Kilometer vom Inferno entfernt, demonstriert hätte werden sollen, gelang nur noch unter hermetischem Verschluss. Das aber ist es wohl nicht, worin wir bleiben wollen. Sich nie mehr in Sicherheit wiegen zu können wird zur "normalen" Grundbefindlichkeit - und islamischer Terror ist dabei nur eine Seite des Schreckens.
Nur zu verständlich, dass die Menschen gestern mit Panik da und Lähmung dort reagierten. Dass die UN-Vollversammlung gestern aber nicht evakuiert wurde - was nahe gelegen wäre -, sollte wohl auch ein Zeichen dafür sein, dass die Welt sich selbst ins Auge sieht und nicht vor sich flüchtet.

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