Ferrero-Waldner: "Solidarischer Kampf gegen den Terrorismus ist Gebot der Stunde"

Außenministerin ruft heute vor der UN-Generalversamlung zu internationalem Dialog auf

New York (OTS) "Die 56. Tagung der UN-Generalversammlung wird die internationale Zusammenarbeit und das dafür unverzichtbare Forum der Vereinten Nationen stärken!". Diese Worte stellte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, die der Organisation und ihrem wiedergewählten Generalsekretär Kofi Annan auch für die Zuerkennung des diesjährigen Friedensnobelpreises gratulierte, an den Beginn ihrer heutigen Rede in New York.

Die Rede Ferrero-Waldners stand nach den terroristischen Angriffen vom 11. September prioritär im Zeichen des weltweiten Kampfes gegen den Terrorismus. Die Außenministerin wertete die entschlossene Antwort der Internationalen Gemeinschaft als
epochales Signal der Hoffnung und Ermutigung: "Wir sind zwingend aufgerufen, die Wurzeln vieles Unerträglichen und Inakzeptablen, das wir zu lange toleriert haben, neu zu betrachten," so der
Appell Ferrero-Waldners. Armut, Ungleichheit und Ungerechtigkeit seien die Quellen vieler Konflikte in der Welt. Sie dienten als Nährboden des Terrors und als Vorwand für Terroristen.

Der Außenministerin zufolge wäre es unverantwortlich, würde die Internationale Gemeinschaft nicht mit neuen Bemühungen trachten, die regionalen Konflikte, sei es im Nahen Osten, in Afghanistan,
in Kaschmir, im Kaukasus, am Balkan oder an den Großen Seen zu lösen. Als erfolgreiches Modell für Konfliktlösung nannte Ferrero-Waldner die Europäische Union, die auf den Schlüsselwörtern Kooperation, Partnerschaft und Integration beruhe. Auf die Fähigkeit einer erweiterten Union, zu Frieden und Stabilität in der Welt beitzutragen, setze man berechtigte Hoffnung.

Die derzeitigen außenpolitischen Prioritäten Österreichs außerhalb Europas seien der Nahe Osten und Zentralasien. Die Vereinten Nationen hätten die spezielle Verpflichtung, zu einer gerechten und gangbaren Lösung im Nahen Osten beizutragen. Hinsichtlich Afghanistans, einem Beispiel für zu lange vernachlässigte Konflikte, gelte es nun angesichts der neuen Dimension und der humanitären Tragödie, zu handeln. Auch die Konzentration auf den Balkan dürfe nicht verringert werden.

"Der Kampf gegen den Terrorismus erfordert Kooperation an
vielen Fronten," so Ferrero-Waldner. Eine Schlüsselrolle komme hiebei der UNO zu. Insbesondere gelte es, die Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde durchzusetzen.

Breiten Raum widmete Außenministerin Ferrero-Waldner der Rolle der UNO. Insbesondere müßten die Kapazitäten der Organisation und die UN-Programme zum Kampf gegen den Terrorismus und zur Terrorismus-Prävention verstärkt werden. Den eine Woche vor den terroristischen Angriffen angenommenen Aktionsplänen zur Umsetzung der Wiener Deklaration komme eine wesentliche Rolle bei der
Antwort auf den internationalen Terrorismus zu. "Die Ablehnung des Terrorismus und der Kampf gegen den Terrorismus müssen absolut sein!" so das Postulat der Außenministerin. Sie betonte gleichzeitig die Bedeutung des Dialoges und der Solidarität. "Wir dürfen den Fanatikern, der Gewalt und dem Terror nicht erlauben, die Basis unseres Friedens und unserer Sicherheit zu zerstören!". In diesem Zusammenghang unterstrich Ferrero-Waldner die Bedeutung des "Dialoges der Zivilisationen", der auch in der diesjährigen Salzburger Dialogveranstaltung zum Ausdruck gekommen sei. Der Außenministerin zufolge charakterisiere das eindeutige österreichische Bekenntnis zur Bedeutung der Verständigung auch eine Reihe anderer inter-religiöser Begegnungen, wie etwa der christlich-islamische Dialog.

Eine langfristige Strategie zur Terrorismusprävention könne nur auf einer anerkannten gemeinsamen Menschenrechtskultur beruhen. In der gegenwärtigen UN-Dekade der Menschenrechtserziehung sieht die Außenministerin die Möglichkeit für passende Initiativen. Größere Anerkennung müsse der Rolle der Frauen zukommen. Ferrero-Walnder forderte explizit die Einbindung von Frauen in den politischen Aufbau Afghanistans. Frauen würden einen wichtigen Beitrag zur menschlichen Entwicklung und zur Sicherheit, zum Überleben von Kindern leisten. Die Außenministerin präsentierte in ihrer Rede den Vorschlag, bereits jetzt Programme umzusetzen, die durch
Bildung und Training afghanische Frauen in Flüchtlingslagern bestärkten, Verantwortung für den Wiederaufbau des Landes zu übernehmen.

Nicht unerwähnt ließ Ferrero-Waldner auch die erhebliche Verantwortung der Medien für den Dialog der Zivilisationen. Betonung legte die Außenministerin auch auf die Nachhaltigkeit im Umgang mit lokalen, nationalen, regionalen und globalen
natürlichen Ressourcen. Auch angesichts der weltweiten dynamischen Entwicklungen auf dem Wirtschaftssektor gelte es, den Menschen wieder in den Mittelpunkt der Politik zu stellen.

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