Prammer: Eigenpension von Frauen an der Armutsgrenze

Wien (SK) Die jüngsten Daten über die Höhe der Eigenpension von Frauen nahm sich SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer zum Anlass, um im Kontrast zum Kindergeld sinnvolle Maßnahmen gegen Armutsgefährdung von Frauen einzufordern. "Die Zahlen unterstreichen, wie sehr Frauen im Alter von Armut gefährdet sind", betonte Prammer am Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

So betrug die durchschnittliche ASVG Eigenpension bei Neuzugängen von Männern im Jahr 2000 13.765 Schilling, jene von Frauen lediglich 8.324 Schilling. Sie erreicht damit nur rund 60% vom Wert der Männer und liegt daher lediglich um 12 Schilling über der Ausgleichszulage. "Die Gründe für das Geschlechtergefälle zu Lasten der Frauen sind einerseits die niedrigeren Einkommen von Frauen während der Erwerbszeit und andererseits die kürzere Versicherungsdauer durch Erwerbsunterbrechungen und die niedrige Bewertung der Karenzzeiten", so Prammer.

Eine Detailanalyse der ASVG Pensionen von Frauen zeigt, dass sich deren Höhe nur zu 84 Prozent aus echten Beitragszeiten zusammensetzt, während 16 Prozent auf Ersatzzeiten entfallen; (Kindererziehung 9,6 Prozent). Bei Männern entfallen hingegen rund 93 Prozent auf Beitragszeiten und der Rest, rund 7 Prozent auf Ersatzzeiten. "Es ist wichtig und notwendig, dass wir die Kindererziehungszeiten bei der Pensionsberechnung anerkennen. Um Finanzierungsprobleme in der Zukunft zu begegnen, müsste der Topf des Familienlastenausgleichsfonds herangezogen werden", so Prammer.

Die durchschnittliche Bewertungsgrundlage für die Kindererziehung betrug im Jahr 2000 lediglich 9.697 Schilling, während die durchschnittliche Beitragsgrundlage für den Wochengeldbezug die Höhe von 20.351 erreicht hat. Versicherungstechnisch liegt der Wert der Kindererziehungszeit um 52 Prozent unter der Beitragsgrundlage für den Wochengeldbezug. "All diese Daten zeigen, dass das bestehende System nicht mehr stimmig ist. Wir müssen daher mittelfristig eine Umstellung des Pensionssystems respektive der Karenzzeiten erreichen" fordert Prammer auch in Hinblick auf die demographischen Herausforderungen.

"Die SPÖ Frauen fordern daher, dass das Karenzgeld in der Höhe des Arbeitslosenbezuges ausbezahlt wird und dieses auch für die Bewertung der Versicherungszeit herangezogen wird. Um soziale Härten zu vermeiden ist selbstverständlich ein Sockelbetrag als Ersatzzeit weiter festzusetzen. Die Koppelung des Karenzgeldes an das Erwerbseinkommen würde für Mütter ein echtes Mittel zur Armutsbekämpfung darstellen. Das von der Regierung eingeführte Kindergeld ist es nämlich nicht. Darüber hinaus würden Frauen im Pensionsalter nicht mehr für ihre Versorgungsleistung finanziell bestraft werden. Das verstehen wir als Maßnahme zur Familienfreundlichkeit und Mut zum Kind", schloss Prammer. (Schluss) se/mm

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