SCHWEITZER (1): Temelin: Unkonstruktive Haltung der Tschechen

Kernkraftwerk auch wirtschaftlich nicht sinnvoll

Wien, 2001-11-12 (fpd) - "Der Ausstieg aus der Nutzung der Kernkraft war jahrelang ein Thema zahlreicher sozialistischer Bundeskanzler. Nur ist kein einziger richtiger Schritt von Vranitzky und Klima zustande gebracht worden. Die FPÖ/ÖVP-Regierung hat hingegen bisher eine Unzahl von Schritten unternommen, um gemeinsam mit den Tschechen eine Lösung zu erarbeiten; nur die Tschechen sind bis heute nicht bereit, sich zu bewegen", meinte heute FPÖ-Generalsekretär Mag. Karl Schweitzer in einer Pressekonferenz.****

"Ich glaube, daß es nun daran liegt, den Tschechen klar und deutlich zu machen, sich zu bewegen, denn sie waren bis jetzt nicht konstruktiv. Sie wollen sich noch nicht bewegen und deshalb ist es wichtig, daß man den Druck erhöht; das Anti-Temelin-Volksbegehren ist ein Mittel dazu", erklärte Schweitzer.

In der Vorgangsweise hätten die Tschechen bis jetzt äußerst unfreundlich agiert. Dies komme auch im Austrian Technical Position Paper ganz klar zum Ausdruck. Diese Studie komme nämlich zum Schluß, daß nach europäischer Genehmigungspraxis weder Temelin Block1 noch Block2 mit Brennstoff beladen hätten werden dürfen, weil es noch viel zu viele Unsicherheiten gäbe, die nicht beseitigt worden seien. Weiters weise dieses Papier darauf hin, daß Temelin dem Stand der heutigen Technik bei weitem nicht entspreche und durch das Vorliegen all dieser Ergebnisse eine Inbetriebnahme mehr als fahrlässig wäre, zitierte Schweitzer aus diesem Papier.

"Tschechien hat bis jetzt in keiner Weise auf das reagiert, was eigentlich auch Gegenstand des Melker Prozesses hätte sein sollen. Aber nicht nur der Sicherheitsaspekt zeigt, daß ein Kraftwerk wie Temelin ein Beitrittshindernis sein muß", führte Schweitzer aus. Auch die wirtschaftliche Betrachtung zeige, daß es nicht sinnvoll sei, mit Inbetriebnahme dieses Kraftwerks in die EU zu gehen. Tschechien werde damit nämlich eine Überproduktion haben, die auf dem internationalen Strommarkt untergebracht werden müsse. Heute würden damit schon enorme Defizite erwirtschaftet. Quersubventionen werde es nicht mehr geben können, weil diese in der EU verboten seien. Der Strom aus Temelin sei absolut nicht konkurrenzfähig und würde nur weitere wirtschaftliche Probleme bringen.

Alle politischen Kräfte in Österreich müßten von den Tschechen ernsthaft die Prüfung der Nullvariante einfordern, betonte der freiheitliche Generalsekretär. Dann gebe es natürlich die Möglichkeit von Hilfestellungen wie etwa eine Umrüstung auf ein Gaskraftwerk. Tatsache sei, daß sich eine Inbetriebnahme Temelins und die damit verbundene Nichtteilnahme an der Europäischen Union für Tschechien sicher nicht rechne. (Forts.)

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