Rumänien mit 22, 5 Mio Einwohnern: Wirtschaftspartner mit Potential

Visaabschaffung für österreichische Wirtschaft erfreulich

Wien (PWK808) - "Österreichische Staatsbürger assoziieren mit Rumänien sehr oft ein armes Agrarland, Probleme mit Straßenkindern, Zigeunern und Immigration. Diese Klischee-Vorstellungen resultieren aus einem Informationsdefizit", stellt Franz Bachleitner, österreichischer Handeldelegierter in Bukarest fest. "Ein Land, das rund zwei Drittel der Größe Deutschlands ausmacht und 22,5 Mio. Einwohner hat, sollte allein durch seine Ausmaße ein interessanter Handelspartner sein. Mit den zentralen Zielen der neuen Regierung, Beseitigung des Visazwanges für rumänische Staatsbürger mit Beginn des Jahres 2002 gegenüber den Schengenstaaten, das Erreichen der EU-Mitgliedschaft bis zum Jahre 2007 und der angepeilten NATO-Mitgliedschaft gibt Rumänien ein kräftiges Lebenszeichen", so Bachleitner.

"Erfreulich ist das Entlastungspaket für Klein- und Mittelbetriebe und die Einführung von Steuererleichterungen für Investoren, die mehr als eine Million US$ investieren", bemerkt der Handelsdelegierte. Österreichische Firmen zählen heute zu den bedeutendsten Investoren und Arbeitgebern in Rumänien. Von 1990 hochgerechnet, dürfte die österreichische Wirtschaft bis heute rund 650 Mio. Euro investiert haben. Das bedeutet Platz 7 in der Rangskala. "Für rund 25.000 Rumänen sind österreichische Firmen vor Ort Arbeitgeber", so Bachleitner und "in einigen Bereichen sind wir auch uneingeschränkter Marktführer bzw. wichtiger Mitspieler." Dies trifft für den Biermarkt, die Zuckerwirtschaft, die Kartonagen- und Verpackungsindustrie, aber auch für den Dienstleistungsbereich, in dem österreichische Banken und Versicherungen wichtige Positionen einnehmen, zu. Die Übernahme der Banca Agricola durch die Raiffeisen Zentralbank war sicherlich der spektakulärste Deal in der bisherigen Bankgeschichte Rumäniens.

Zu den Investitionspionieren in Rumänien zählt auch die Voest Alpine Eisenbahntechnologie. So werden in Buzau Weichen für die rumänische Eisenbahn und für den Export gefertigt. Die VA-Tech-Gruppe modernisiert mit ihrer Schweizer Tochter Sulzer die Turbinensätze am größten rumänischen Donaukraftwerk Eisernes Tor I, wodurch die Kapazität um 150 MW steigen wird. Die österreichische Firma Strabag errichtete das einzige 5 Sternehotel in Bukarest, welches von Marriott betrieben wird. Daneben wurden von ihr und auch von der Fa. Alpine Bau in Eigen- bzw. Fremdregie Business Center errichtet bzw. Straßenreparaturprojekte von der Fa. Ilbau realisiert. Die österreichische Tochter der Fa. Siemens hat den Zuschlag zur Modernisierung des Spitalsprojektes Coltea erhalten, wo die erste Ausbauphase gesichert ist. "Im staatlichen Auftragswesen ist immer wieder mit einer Stop and Go-Politik zu rechnen, die aus einer westlichen Perspektive kaum verständlich ist und dem Auftragswerber viel Geld kostet", bedauert Bachleitner diesen rumänischen Aspekt.

Seit 1995 haben sich Österreichs Exporte mehr als verdreifacht. In der ersten Jahreshälfte 2001 wurde sowohl bei den Exporten nach und Importen aus Rumänien eine Steigerung um ein Drittel verbucht. Damit werden die österreichischen Ausfuhren auf das Jahr hochgerechnet ein Volumen von rund 8,3 Mrd. ATS und die Importe beinahe 5,6 Mrd. ATS erreichen, womit ein Rekordvolumen von 1 Mrd. Euro erzielt wird. Das entspricht einem Marktanteil in Rumänien von rund 6,5% im Vergleich zu den OECD-Staaten.

"Auch in den nächsten Jahren ist mit einem Anhalten der positiven Entwicklung zu rechnen", prognostiziert Bachleitner die Zukunftsperspektiven. Neben den bereits erwähnten Chancenpotentialen im landwirtschaftlichen Sektor, der Energiewirtschaft und der Verkehrs- und kommunalen Infrastruktur sollen auch die Möglichkeiten, die aus der Altbausanierung, dem Fremdenverkehr, dem Maschinenbau und der Fahrzeugindustrie erwachsen, nicht vergessen werden. Vom 20. -23. November ist eine Fact Finding Mission nach Constanta und Giurgiu geplant, um die Möglichkeiten des Donautransportes besser auszuloten und um die größte Hafenstadt am Schwarzen Meer kennen zu lernen. Bachleitner: "Die Kapazität des Containerhafens soll bis 2005 um das Siebenfache gesteigert werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass zwischen Wien und Constanta nur 7 Schleusen zu überwinden sind, der Rhein-Main-Donaukanal allein 40 Schleusen aufweist."

Der österreichische Handelsdelegierte in Bukarest verweist ausdrücklich auf die Marktpotentiale in Rumänien, die von österreichischen Firmen noch intensiver ausgeschöpft werden sollen. Bachleitner: "In Rumänien gilt es, zuzupacken, Vertriebsstrukturen aufzubauen und vor allem Firmen vor Ort zu gründen. (pt)

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