FP-Sichrovsky: Wiedergutmachungszahlungen an die Opfer und nicht an jüdische Gemeinden

Wien, 2001-11-12, -(fpd)- "Die Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der IKG, Dr. Ariel Muzicant, den Vertretern der Landeshauptleute und Vertretern der Regierung dürfen nicht dazu führen, daß Zahlungen direkt an die Israelitische Kultusgemeinde geleistet werden", forderte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Peter Sichrovsky. Das von der IKG beanspruchte verlorene Vermögen stehe ausschließlich den österreichischen Opfern und ihren Nachkommen zu. Es müsse hier streng getrennt werden zwischen dem beschlagnahmten Vermögen von Privatpersonen und dem ehemaligen Vermögen der Kultusgemeinde. "Es kann nicht der Sinn der Wiedergutmachung sein mit Entschädigungszahlungen das Finanzloch der Kultusgemeinde aufzufüllen, die durch Mißwirtschaft und schlechtes Management einen enormen Schuldenberg angesammelt hat", ist der Generalsekretär überzeugt.****

Auch bei symbolhaften Zahlungen an jüdische Einrichtungen und Organisationen müsse berücksichtigt werden, daß nur ein Teil dieser durch die offizielle IKG betrieben und unterstützt werde. Von etwa 25.000 in Österreich lebenden Juden seien nur ca. 7.000 Mitglieder der IKG. Ein großer Teil der jüdischen Eirichtungen wie Schulen, Kindergärten und Gebetshäuser würden von Institutionen erhalten, die völlig unabhängig von der offiziellen IKG arbeiten.

"Die aufgrund der Rassengesetze während des Nationalsozialismus verfolgten Österreicher und ihre Nachkommen haben das Recht direkt und persönlich entschädigt zu werden. Es sollte nicht ihr Leid und ihr Verlust durch die derzeitige Führung der IKG benutzt werden, die Schulden der Gemeinden zu bezahlen", schloß Sichrovsky.

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