Ferrero-Waldner fordert Einbindung von Frauen in politischen Aufbau Afghanistans

85% der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder

(New-York-OTS) Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, die heute als erste Außenministerin in den Generalversammlung sprach, verlangte heute in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen in New York die Einbindung von Frauen im politischen Aufbauprozess in Afghanistan. "Unter den vier Millionen afghanischen Flüchtlingen, die in den Nachbarländern Zuflucht gesucht haben, gibt es zahlreiche gebildete und politisch engagierte Frauen, die im politischen Aufbau Afghanistans eine wichtige Rolle spielen können. Wir müssen daher bei unseren Erwägungen für die Ära nach den Taliban unbedingt auch die Frauen einbeziehen. Unter dem islamisch-fundamentalistischen Taliban-Regime wurden die Frauen aus dem öffentlichen Leben verbannt, sie dürfen nicht arbeiten und die Bildung von Mädchen wurde fast völlig verboten. Auch herrscht in Afghanistan die höchste Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen", sagte die Außenministerin.

Ferrero-Waldner verwies in ihrer Rede darauf, daß Frauen durch Bildung und Lernprozesse in all unseren Gesellschaften einen wichtigen Beitrag zur menschlichen Entwicklung leisten und gerade in Konfliktherden das Überleben von Kindern - und damit er nächsten Generation - sichern. "Das trifft vor allem auf Afghanistan und die afghanische Gesellschaft zu. 85% der Flüchtlinge und der intern Vertriebenen sind Frauen und Kinder. Als schwächste Mitglieder der Gesellschaft trifft sie Gewalt und Unterdrückung am härtesten. Wir müssen daher bei der Planung für ein Nach-Taliban Afghanistan Programme entwickeln in denen den Frauen die nun in den Flüchtlingslagern leben die Chance gegeben wird, ihren Beitrag zu einer Regierung zu leisten, die auf friedliche Entwicklung und Kooperation ausgerichtet ist. Ich halte das für einen essentiellen Beitrag beim Aufbau einer neuen Gesellschaft, die über Jahrzehnte nur die schmerzhaften Wunden des Krieges erlebt hat", so Ferrero-Waldner.

Konkret schlug Ferrero-Waldner daher vor, bereits jetzt Programme umzusetzen, die durch Bildung und Training afghanische Frauen in den Flüchtlingslagern darin bestärken, im nach-Taliban Afghanistan öffentliche Verantwortung beim Wiederaufbau ihres Landes zu übernehmen und daß Pläne zur Bildung einer alle Bevölkerungsteile umfassenden Regierung Afghanistans - auch unter Beteiligung von Frauen - die Unterstützung der Vereinten Nationen finden (Schluß).

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