Umweltstadträtin: Zehn Jahre Sonderprojekt des Stadtgartenamtes

Wiener Projekt von EU ausgezeichnet

Wien, (OTS) "’Chancen geben’ ist ein Vorzeigeprojekt mit sozialem Schwerpunkt, das sogar von der Europäischen Union ausgezeichnet wurde", betonte Montag Umweltstadträtin Dipl.Ing. Isabella Kossina bei einem Pressegespräch gemeinsam mit der zweiten Landtagspräsidentin Prof. Erika Stubenvoll im Schulgarten Kagran. Das Projekt habe sich bewährt und sei ein wertvoller Beitrag des Wiener Stadtgartenamtes zur Integration geistig behinderter Jugendlicher in den Arbeitsmarkt. Auch die EU zeichnete das Projekt bereits 1999 als "vorbildliche Leistung für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen" aus.

"Das Resümee nach zehn Jahren Ausbildungsarbeit ist absolut positiv", so die Umweltstadträtin. "Das Wiener Stadtgartenamt leistet einen wertvollen Beitrag für ein Soziales-Grün, denn Menschen, die in der Privatwirtschaft keine Chance hätten Arbeit zu finden, haben hier eine großartige Möglichkeit einer sinnvollen und geschätzten Tätigkeit nachzugehen. Immerhin schaffen im Durchschnitt zwei Drittel der Jugendlichen die Eingliederung in den Arbeitsalltag. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass durch die große Einsatzfreude und hohe Motivation der Auszubildenden die Integration sehr gut gelungen ist".****

Die MA 42 Stadtgartenamt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche, die auf Grund ihres Sonderschulabschlusses keine Lehre absolvieren können, in ein geregeltes Arbeitsverhältnis zu integrieren. Unter ständiger Betreuung zweier ausgebildeter Gärtnermeister werden den Jugendlichen die wichtigsten gärtnerischen Hilfsarbeiten sowie leichte fachliche Arbeiten beigebracht. Alle drei Monate wird die Arbeitsstelle gewechselt, um ein breites Spektrum an Tätigkeiten zu erlernen. Zusätzlich werden praxisbezogene Kurse abgehalten. Nach zwei Jahren sollte für alle Jugendlichen eine Integration in den Arbeitsprozess des Stadtgartenamtes möglich sein.

Besonders erfreut zeigte sich Kossina auch über die Auszeichnung der Europäischen Union: "Das Wiener Stadtgartenamt zeigt vorbildlich, dass es mit gutem Willen und viel Sensibilität gelingt, die Arbeitswelt für alle zu öffnen."

Der Startschuss für dieses Projekt wurde im November 1991 gegeben, und kam in Zusammenarbeit mit der Personaldirektion des Wiener Rathauses, dem Arbeitsmarktservice, dem Sozialamt und dem Stadtgartenamt zu Stande. Pro Jahr werden im November acht TeilnehmerInnen aufgenommen. Die Ausbildung erfolgt in Parks, im Reservegarten Hirschstetten und in der Baumschule Essling.

Nach beinahe zehn Jahren erfolgreicher Integration geistig behinderter Jugendlicher in einen "normalen" Arbeitsprozess werden die Weichen für eine Ausweitung des Sonderprojektes gestellt. Weitere Magistratsabteilungen, die über einen vergleichbaren Arbeitsablauf oder Beschäftigungsbereich verfügen, sollen in dieses Projekt mit eingebunden werden betonte die Präsidentin und Vorsitzende der Gemeinderätlichen Behindertenkommission der Stadt Wien, Prof. Stubenvoll.

Mehr als Beweis für die Notwendigkeit der Behinderten-Integration lässt sich anhand des zur Verfügung gestellten Budgets der Stadt Wien darstellen. Waren es 1995 noch ATS 1,007 Milliarden, die für die Behindertenarbeit veranschlagt wurden, betrug das Budget im Jahr 2000 bereits ATS 1,5 Milliarden. Und erfährt auch im 2002 eine weitere Steigerung. Das zeigt eben die soziale Kompetenz und Einstellung der Stadtregierung.

Die gemeinderätliche Behindertenkommission hat die Aufgabe, die Lebenslagen behinderter Menschen zu erheben, die notwendigen Maßnahmen auf dem Gebiet der Gesetzgebung und Vollziehung der Behindertenhilfe, Pflegevorsorge sowie Behindertengleichstellung zu beraten und entsprechende Vorschläge an die zuständigen Organe zu erstatten. Neben der Förderung von allgemeinen Integrationsmaßnahmen für den gesamten Lebenslauf eines behinderten Menschen, dem Ausbau integrativer Wohnmöglichkeiten, der Einstellung von behinderten Dienstnehmern durch die Stadt Wien, sind die Behindertengleichstellung und die Beseitigung von Barrieren in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, wie z.B. Kultur- und Freizeiteinrichtungen Hauptanliegen der Kommission. (Schluss) bfm/hl

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