Frühpension nur, wenn es der Regierung genehm ist?

GBH Driemer: Berufliche Belastung der Bauarbeiter im Pensionsrecht berücksichtigen!

Wien (GBH/ÖGB). "Für Vizekanzlerin Riess-Passer ist eine Frühpension mit 55 Jahren ein gangbarer Weg, wenn es darum geht, eigene Ziele wie den Beamtenabbau zu verwirklichen. Den Menschen, für die eine Frühpensionierung aber aus Belastungs- und gesundheitlichen Gründen dringend geboten wäre, wie z.B. für die Bauarbeiter, wird diese aber weiterhin vorenthalten. Und es werden sogar noch weitere Schlechterstellungen geplant!", ist Johann Driemer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz und ÖGB-Vizepräsident, empört.++++

ArbeitnehmerInnen in der Bauwirtschaft sind in ihrem Berufsleben den höchsten Belastungen und Gesundheitsgefahren ausgesetzt, wie eine von der Gewerkschaft Bau-Holz und der Bundesarbeitskammer in Auftrag gegebene Studie beweist. Deshalb fordert die Gewerkschaft Bau-Holz schon seit Jahren eine stärkere Berücksichtigung der schweren Arbeitsbedingungen im Pensionsrecht. Nach dem Modell der GBH sollen Zeiten, die unter körperlich schwersten Arbeitsbedingungen geleistet werden, mit einem höheren Faktor im Pensionsrecht berücksichtigt werden.

Driemer: "Bislang ist die blau-schwarze Bundesregierung im Pensionsrecht einen Weg gegangen, der gerade für die Bauarbeiter größte Probleme mit sich gebracht hat. Die massiven Verschlechterungen im Pensionsrecht durch die Streichung der Pension wegen geminderter Erwerbsfähigkeit, aber auch durch die überfallsartige Erhöhung des Pensionsanfallsalters haben für sie massive finanzielle Einbußen und vor allem eine drastische Verschlechterung der Lebensqualität zur Folge. Denn für einen Bauarbeiter, der ein ganzes Arbeitsleben lang schwerste Arbeiten verrichtet hat und mit 55 Jahren mit einem kaputten Stütz- und Bewegungsapparat beinahe bewegungsunfähig ist, ist es eine existenzielle Frage, ob er in Frühpension gehen kann oder nicht. Hier geht es nicht um sogenannte Privilegien für den Betroffenen, hier geht es um seine Gesundheit und um seine Existenz. Wir fordern die politisch Verantwortlichen daher im Namen der 250.000 Bau- und HolzarbeiterInnen und ihrer Familien mit allem gebotenen Nachdruck auf, im Sinne eines ausgewogenen und fairen Pensionssystems besonders belastende Arbeitsbedingungen endlich im Pensionsrecht zu berücksichtigen und begleitend dazu nachhaltige Prophylaxe und Präventionsmaßnahmen für die ArbeitnehmerInnen."

ÖGB, 12. November 2001
Nr. 950

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