Hochhaus-Konzept und die Parteien: Auch Thema in wien.at print

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Wien, (OTS) Für Wien gibt es nun ein Hochhauskonzept, das im Frühjahr vom Gemeinderat beschlossen werden soll und u.a. Regeln für Investoren (öffentliche Verkehrsmittel in 300 Meter Nähe, kein Verstellen der Sicht auf Sehenswürdigkeiten usw) enthalten wird. Die Novemberausgabe der Stadt-Wien-Zeitschrift wien.at print beschäftigt sich natürlich ebenfalls mit dem Thema und den Stellungnahmen der vier im Wiener Gemeinderat vertretenen Parteien.

Die Bevölkerung frühzeitig einbinden will Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ), der das Hochhauskonzept vorgelegt hat: "Mit dem Hochhauskonzept sollen einige wesentliche Kriterien, die für den Bau von Hochhäusern in Wien künftig zu gelten haben, festgelegt werden. Dazu gehören z.B. eine optimale Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, keine Beeinträchtigung historischer Stadtkerne oder Grünräume, Einhaltung von Sichtachsen, frühzeitige Einbindung der Bevölkerung in den Planungsprozess, Qualität vor Quantität". Neue städtebauliche Entwicklungen seien jedenfalls nach den Kriterien der Raum- und Umweltvertäglichkeit zu konzipieren. Damit sollen für die BürgerInnen ebenso wie für die Verwaltung und für künftige Investoren verbindliche Richtlinien - und damit auch mehr Transparenz in der Planung - gegeben sein.

Hochhäuser sollten in eigens definierten Bereichen, nicht aber im historischen Stadtkern entstehen, fordert Klubobmann Hilmar Kabas (FPÖ): "Ein Hochhauskonzept sollte eigentlich verhindern, dass innerhalb des Gürtels Hochhäuser in das historische Stadtbild betoniert werden. Die SPÖ geht einen anderen Weg: Monsterprojekte wie jenes am Bahnhof Wien-Mitte können nun direkt im historischen Stadtkern errichtet werden. Lediglich 750 Meter Luftlinie vom Stephansplatz entfern werden bald 90-Meter-Türme in die Höhe schießen", wirft der Oppositionspolitiker der Stadtregierung vor. Die Wiener FPÖ fordere im Gegenzug, den historischen Stadtkern unbedingt zu schützen. Im gesamten inneren Gürtelbereich solle es nicht zur Errichtung von Hochhäusern kommen. Hochhäuser sollten dafür in eigens definierten Bereichen, etwa in der Donau-City, Platz finden.

Genau festgelegte Bereiche für Hochhausbauten will auch die ÖVP. "Das nun vorgelegte Hochhauskonzept ist zu unpräzise und schwammig. Die Wiener Volkspartei will klar definierte Hochhausräume, wo durchaus auch echte Turmlandschaften entstehen können", verlangt Gemeinderat Alexander Neuhuber. Ein hervorragendes Beispiel dafür sei die Donauplatte, auf der sich der Hochhausbau bewährt habe. Die ÖVP spricht sich ebenfalls gegen einzelne Hochhäuser mitten im Stadtgebiet, wie sie mit dem vorliegenden Konzept möglich wären, aus. Der Hochhausbau in Wien brauche klare Grenzen und örtliche Begrenzungen, ohne gleichzeitig unter bürokratischen Belastungen bei den Genehmigungsverfahren zu ersticken.

Anbindung an die Öffis und frühe Bürgerbeteiligung fordern die Grünen. "Kernproblem bei Wiener Hochhausprojekten ist häufig die schlechte öffentliche Verkehrsanbindung", nennt Grüne-Klubobmann Christoph Chorherr die Twin Towers am Wienerberg als Symbol für die verfehlte Hochhauspolitik: Tausende neue BewohnerInnen werden in diesem neu entwickelten Stadtteil leben bzw. arbeiten, jedoch ohne attraktivem öffentlichen Verkehrsangebot. Wie jedoch die Stadtentwicklung in Ottakring rund um die U 3 beweise, seien Verdichtung und Hochhausbau an klar definierten, zentralen Verkehrsknotenpunkten durchaus sinnvoll. Um Konflikte wie im Bereich Wien-Mitte zu vermeiden, müsse möglichst früh echte BürgerInnenbeteiligung ermöglicht werden - nicht erst am fertig ausgearbeiteten Projekt, sondern schon davor bei der geplanten Stadtentwicklung.

Derzeit nur 13 Häuser mit mehr als 90 Meter Höhe

Derzeit gibt es, berichtet wien.at, in Wien nur 13 Häuser, die mehr als 90 Meter hoch sind. Und von 150.000 Bauten sind nur 89 über 40 Meter hoch.

o Mehr Informationen:

www.wien.at/stadtentwicklung/hochhaus
o rk "Wiens Hochhauskonzept im Internet" vom 6.November 2001,

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020011106014
o rk "Schicker präsentierte Wiens Hochhauskonzept" vom

15. Oktober 2001,
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=020011015013

(Schluss) hrs

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