Kuntzl: Rechtsextremen-Treffen in Gloggnitz ist ein Skandal

FPÖ-Vertreter treffen sich mit international bekannten Antisemiten - Riess-Passer schweigt

Wien (SK) Ihren Protest gegen das heute in Gloggnitz stattfindende Rechtsextremen-Treffen, bei dem laut Einladung auch hochrangige FPÖ-Mitglieder teilnehmen werden, deponierte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl am Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Anlass für das "skandalöse Treffen" ist das vierjährige Bestehen der rechten Zeitschrift "Zur Zeit", die von FP-Bundesrat Gudenus und EX-FP-Bundesrat Mölzer herausgegeben wird. "Die Teilnehmerliste dieses Treffens in Gloggnitz lässt mich schaudern", so Kuntzl. An dem Treffen werde auch der deutsche NDP-Kader und bekannte Antisemit Horst Mahler teilnehmen. ****

Mahler habe erst jüngst wieder für Aufsehen gesorgt, weil er die Terroranschläge vom 11. September im "Deutschen Kolleg" als das "Ende des Amerikanischen Jahrhunderts, Ä...Ü des weltlichen Jahwe-Kultes" abgefeiert habe, erinnert Kuntzl. In Sachen Antisemitismus stehe Mahler einem weiteren Gast des Treffens, nämlich Istvan Csurka, in nichts nach. Csurka, Chef der ungarischen rechtsextremen Wahrheits-und Lebenspartei, habe ebenso jede Menge Verständnis für die Urheber der Terroranschläge von New York und Washington gezeigt, so Kuntzl. Gemeinsam ist den Teilnehmern dieses Treffens der Glaube an die "jüdische Weltverschwörung". Und dies sei offensichtlich auch das Umfeld, in dem sich weite Teil der FPÖ wohlfühlen und in dem auch der Kärntner Landeshauptmann Applaus erntet, wenn er über die "Ostküste" wettert, sagte Kuntzl.

Kuntzl fordert Vizekanzlerin Riess-Passer erneut "eindringlich auf, endlich zu dieser skandalösen Zusammenrottung international geächteter Rechtsextremisten Stellung zu nehmen". Immerhin werden dabei auch aktive FPÖ-Funktionäre wie die niederösterreichische Landtagsabgeordnete Rosenkranz anwesend sein. "Die FPÖ-Spitze soll sich daher umgehend von den Verteidigern des Terrors distanzieren", unterstrich die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin.

"Zur Zeit" wird übrigens im aktuellen Rechtsextremismus-Bericht erwähnt, weil darin, "die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich geleugnet sowie die sechs Millionen NS-Opfer in Frage" gestellt wurden. Dennoch hat "Zur Zeit" eine Presseförderung in Höhe von 861.364 Schilling erhalten. Für diese erstmalige Förderung dieses Blattes habe sich besonders ÖVP-Klubobmann Khol stark gemacht, so Kuntzl. (Schluss) ml

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