DER STANDARD-Bericht: "Prodi: Temelin-Streit ist bilaterales Problem: Standard-Interview mit EU-Kommissionschef"

Erscheinungstag 10.11.2001

Innsbruck/Wien/Prag (OTS) - EU- Kommissionspräsident Romano Prodi lehnt eine Verknüpfung von Sicherheitsauflagen für das tschechische Atomkraftwerk Temelín mit den Beitrittsverhandlungen Tschechiens zur Europäischen Union ab. Temelín sei primär ein bilaterales Problem zwischen Österreich und Tschechien, sagte Prodi am Freitag in einem Interview mit dem Standard: "Wir können ein bilaterales Problem nicht zu einem multilateralen Problem machen."

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP) hat am Donnerstag gefordert, die Sicherheitsstandards für Temelín auch im tschechischen EU-Beitrittsvertrag zu verankern. Dieser Vorschlag aus Österreich wurde allerdings vom tschechischen Außenminister Jan Kavan strikt zurückgewiesen: "Dies gehört nicht zu den Beitrittsverträgen."

Kommissionschef Romano Prodi verteidigte sich auch gegen Vorwürfe, es mangle ihm an Führungsstärke. Ein starkes Team könne keinen schlechten Trainer haben, meinte Prodi am Rande eines europäischen Städtekongresses in Innsbruck. (red)

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