KUKACKA: BILDUNGSOFFENSIVE UND STUDIENGEBÜHREN-VOLKSBEGEHREN GEHT AN BILDUNGSPOLITISCHER REALITÄT VORBEI

Wien, 9. November 2001 (ÖVP-PK) Etwas mehr Sachlichkeit hätte er sich von den Initiatoren des Bildungsoffensive- und Studiengebühren-Volksbegehrens schon erwartet, erklärte ÖVP-Abg. Mag. Helmut Kukacka heute, Freitag. Von einem Anschlag auf das Bildungswesen oder der Staatssanierung auf Kosten der Studierenden könne keineswegs die Rede sein. ****

Was den behaupteten Rückgang der Studierenden auf Grund der Studiengebühren anbelangt, muss festgestellt werden, dass sich bis zum 5. November 2001 187.245 Studierende an den österreichischen Universitäten an- bzw. weitergemeldet haben. Damit sind die Erwartungen einer von der ÖH in Auftrag gegebenen Studie bereits jetzt übertroffen worden. 30 Prozent der in den Universitätsstatistiken erfassten Studierenden hätten laut ÖH ihr Studium bisher nicht aktiv betrieben. Wo hier also ein Rückgang festzustellen sein soll, ist nicht nachvollziehbar, erklärte Kukacka.

Dass Österreich auch künftig über ein gut funktionierendes Universitätswesen verfügen wird, und jene Menschen, die tatsächlich studieren wollen, dies auch weiterhin tun können, belegen auch folgende Tatsachen:

- Im Jahr 2000 hat der österreichische Steuerzahler pro Studierendem und Jahr ca. 130.000 Schilling ausgegeben. Die künftige Statistik wird Ausgaben von rund 170.000 Schilling pro Studierenden ausweisen. Österreich liegt damit an führender Stelle. Der OECD-Durchschnitt beträgt 124.000 Schilling.

- Die Anzahl der Studienabbrecher beträgt derzeit 47 Prozent und wird mittelfristig auf unter 40 Prozent sinken. Österreich wird damit von der drittletzten Stelle im OECD-Vergleich ins europäische Mittelfeld vorrücken. Im Moment braucht ein Student durchschnittlich 7,4 Jahre für das Studium. Mit bereinigten Daten wird die Studiendauer auf unter 5,6 Jahre sinken, auch das bedeutet für Österreich einen Platz im europäischen Mittelfeld.

- Der Anteil der Studienbeihilfenbezieher betrug bislang 14 Prozent und wird auf rund 25 Prozent steigen. Dass jeder vierte Studierende Studienbeihilfe beziehen wird, ist nicht nur auf die Bereinigung der Statistik zurückzuführen, sondern die für Studienbeihilfe bereitgestellten Mittel werden um 450 Millionen Schilling auf insgesamt zwei Milliarden Schilling ausgeweitet. Das ist mehr, als je zuvor zur Verfügung gestellt wurde.

Durch die Reform werden die Universitäten selbständiger und somit auch international konkurrenzfähiger. Die Aufteilung der nach Einführung der Studiengebühren den Hochschulen zusätzlich zur Verfügung stehenden "Universitätsmilliarde" für das Jahr 2002 steht bereits fest. Die entsprechenden Anträge der einzelnen Universitäten sind von einer Expertenrunde begutachtet und von Bildungsministerin Gehrer als einstimmiger Vorschlag bereits unterzeichnet worden.

So sind z.B. zur Hörsaal- und Seminarausstattung sowie für Übungsräume und Studierendenarbeitsplätze 31 Projekte im Umfang von 249 Millionen Schilling vorgesehen, 208 Millionen Schilling stehen für 24 Projekte zur Modernisierung im Lehrveranstaltungsbereich (Verwendung Neuer Medien, computerunterstützter Unterricht, Umstellung von Frontal- auf Gruppenlehrveranstaltungen) zur Verfügung und 209 Millionen für zwölf Projekte zur Verbesserung der Serviceleistungen (virtuelle Studienberatung, Prüfungsanmeldungen, Lehrveranstaltungsverwaltung, etc.). Den größten Anteil erhält die Universität Wien (224 Millionen Schilling), gefolgt von der Technischen Universität Wien (121 Millionen Schilling) und der Universität Linz (96 Millionen Schilling).

Das Volksbegehren verfehlt somit klar sein Ziel und ist bloß Teil einer politischen Denunzierungskampagne, die an der bildungspolitischen Realität vorbeigeht, betonte Kukacka. Bei den Studentenzahlen seien die ursprünglichen Erwartungen bereits übertroffen worden. Dies beweise, dass die von der Regierung gesetzten Förderungsmaßnahmen ausreichend seien. Mit 110 Milliarden Schilling gebe man heuer außerdem so viel wie noch nie zuvor für Bildung aus. Im Vergleich mit der Schweiz oder Bayern würden in Österreich noch immer mehr junge Menschen studieren, schloss Kukacka. (Schluss)

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