Landersthammer: Bildungsvolksbegehren nicht zukunftsorientiert

Wirtschaftsstandort Österreich braucht richtig qualifizierte Arbeitskräfte

Wien (PWK806) - "Das Bildungsvolksbegehren ist in seiner Grundhaltung reaktionär, rückwärts gewandt und würde bei seiner Realisierung den Wirtschaftsstandort Österreich schädigen", stellt Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik der Wirtschaftskammer Österreich fest. Landertshammer: "Die neu eingeführten Studiengebühren stellen einen Schritt zu mehr Gerechtigkeit bei der Lastenverteilung zwischen der Mehrheit der Jugendlichen, die keine Studien betreibt gegenüber Studierenden dar. Studien wurden bisher ausschließlich aus den Steuermitteln aller finanziert, während Lehrlinge bereits während ihrer Berufsausbildung produktive Beiträge in der Wirtschaft leisten."

Mit den relativ bescheidenen Studienbeiträgen erfolgt eine sinnvolle Kostenbeteiligung am Studium. Die Beträge sind im Vergleich zu den Kosten in der Erwachsenenbildung moderat und durchaus angemessen. "Die Forderung im Bildungsvolksbegehren nach einer Vollzeitberufsschule geht voll an der Realität vorbei", so Landertshammer. "Die hauptsächlich von den Betrieben getragene Lehrlingsausbildung qualifiziert arbeitsmarktnah und ist eine der Hauptursachen für die geringe Jugendarbeitslosigkeit in Österreich. Für Problemfälle gibt es Überbrückungsmaßnahmen, die sich bewährt haben, wie z.B. die Berufsorientierungskurse oder Lehrgänge. "

Landertshammer kritisiert weiters, dass die geforderten bundesgesetzlichen Regelungen für neue Formen der Kooperation zwischen den verschiedenen Schularten nichts anderes darstellen als die "Neuauflage der Uraltforderung nach der Gesamtschule", ein Modell, das mittlerweile auch von seinen ursprünglichen Befürwortern für die heutige Wirtschaft als "inadäquat" abgelehnt wird.

Die Senkung der Schülerhöchstzahlen auf 25 werde sich schon durch die Bevölkerungsentwicklung automatisch ergeben. Kurzfristig gibt es aber Schulformen, die höhere Schülerzahlen benötigen, um den Andrang an Interessenten zu bewältigen, wie etwa in der Informationstechnologie. Hier würden solche drastisch verminderten Schülerhöchstzahlen eine Beschränkung des Rechts auf Berufsbildung für interessierte Jugendliche bedeuten. "Die Wirtschaftskammer Österreich hält die Inhalte des vorliegenden Bildungsvolksbegehrens für nicht zielführend ", so Landertshammer. "Der Wirtschaftsstandort Österreich braucht zukunftsorientierte und nicht rückschrittliche Lösungen in der Bildungspolitik zur Sicherung von richtig qualifizierten Fachkräften in allen Bereichen, vom Universitätsabsolventen bis zu Fachkräften auf allen Ebenen." (pt)

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