Bittner: Kein Verständis KV zu unterlaufen

769.326 Stimmen sind ein klares Mandat für den ÖGB

Wien (DJP/ÖGB). Klar auf die Seite der JournalistInnen stellte sich heute der Vorsitzende der Gewerkschaft Druck, Journalisten, Papier (DJP), Franz Bittner, der vor Versuchen der Arbeitgeberseite warnte, gültige Kollektivverträge zu unterlaufen. "Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass in der Praxis bei einigen Zeitungsverlagen und Medienhäuser versucht wird, Kollektivverträge für JournalistInnen zu unterlaufen und RedakteurInnen, die nicht bereit sind Einkommenseinbußen und Schlechterstellungen hinzunehmen, mit Kündigung zu drohen oder diese auch auszusprechen", stellte Bittner fest.++++

Bittner machte unmissverständlich deutlich, dass die Bestimmungen des Kollektivvertrages einzuhalten sind und von versteckten oder offenen Drohungen gegen die MitarbeiterInnen Abstand zu nehmen ist. Der DJP-Vorsitzende verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Ergebnis der ÖGB-Urabstimmung, an der sich 807.192 Mitglieder beteiligten. Mit 769.326 (96,8 Prozent) Ja-Stimmen haben sich dabei die ArbeitnehmerInnen mit überwältigender Mehrheit sehr deutlich dafür ausgesprochen, dass Lohnerhöhungen und Arbeitszeiten weiterhin durch die Gewerkschaften in Kollektivverträgen geregelt werden.

Konkret fordert der die Gewerkschaft DJP und der ÖGB, dass Lohnerhöhungen, Arbeitszeitregelungen und Überstundenentgelt einschließlich Sicherung der Beschäftigungsentwicklungen als untrennbare Einheit zu sehen ist, die in den Branchen über den Kollektivvertrag gesteuert werden muss. Auch Urlaubsgeld und Weihnachtsremuneration müssen durch den Kollektivvertrag abgesichert bleiben und die Arbeitszeitregelungen müssen auch weiterhin im Kollektivvertrag festgeschrieben sein, um den ungehemmten Flexibilisierungswünschen der Arbeitgeber nicht Tür und Tor zu öffnen. Bittner abschließend: "Eine Änderung des österreichischen Branchen-Kollektivvertragssystems wäre ein Eingriff in die Kernkompetenz und gleichzeitig eine Kampfansage an die Gewerkschaften. (ew)

ÖGB, 9. November 2001
Nr. 948

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