Erstes privatwirtschaftliches Grundlagen-Forschungsinstitut für Antibiotika in Österreich eröffnet

Biochemie GmbH eröffnet in Wien "Antibiotic Research Institute" (ABRI) Neue Wirksubstanzen gegen bakterielle Infektionen in Entwicklung

Wien (OTS) - Am "Antibiotic Research Institute Vienna" (ABRI)
werden neue Wirksubstanzen entwickelt, die als Antibiotika Verwendung finden können: Die offizielle Eröffnung fand am Freitag, den 9. November 2001 auf dem Gelände des Novartis Forschungsinstituts (NFI) statt. Unter den Ehrengästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft: Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein, Stadtrat Dr. Sepp Rieder, Bezirksvorsteher Manfred Wurm, Univ.Prof. DDr. W. Graninger, AKH Wien und Univ.Prof. Dr I. Chopra, University of Leeds.

"Die Biochemie hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit Produkt- und Verfahrensinnovationen ihre Spitzenposition bei der Entwicklung und Herstellung von Antibiotika unter Beweis stellen können. Durch die Etablierung des ersten privatwirtschaftlich geführten österreichischen Forschungszentrums für neue Antibiotika kommt es zur Neuaufnahme der Grundlagenforschung bei der Biochemie GmbH. Innovative Wirksubstanzen sollen die antibiotische Therapie verbessern und gleichzeitig die Basis für eine weiterhin international erfolgreiche Unternehmensentwicklung bilden", erläutert Mag. Christian Seiwald, Novartis Country Head Austria und Leiter des Konzernsektors Novartis Generics.

Die räumliche Anbindung von ABRI an das Novartis Forschungsinstitut (NFI) in Wien ermöglicht die gemeinsame Nutzung von wissenschaftlichen Einrichtungen. Trotzdem ist der personelle und finanzielle Aufwand erheblich. "Das Institut beschäftigt rund 50 ForscherInnen und umfasst 12 Labors. Das Jahresbudget liegt bei etwa 100 Millionen Schilling. Wir erwarten die ersten Ergebnisse bereits in den nächsten Jahren", erklärte der Biochemie-Geschäftsführer , Dr. Heinrich Scherfler aus Anlass der Eröffnung der Forschungseinrichtung.

Der Leiter des ABRI, Dr. Gerd Ascher: "Die Biochemie verstärkt die Grundlagenforschung, um neue Arzneimittel zu bieten. Wir konzentrieren uns dabei auf jene Substanzen, von denen wir am meisten verstehen - auf Antibiotika."

Entwicklungszeit abkürzen

Der Ansatz des Antibiotika-Forschungszentrums der Biochemie in Wien soll einerseits zu neuen Produkten führen, andererseits die Entwicklungszeit im Vergleich zu Projekten anderer Unternehmen deutlich abkürzen.

Prof. Dr. Ernst Leitner, Leiter der Abteilung für Forschung und Entwicklung (F&E): "Wir wollen bereits kurzfristig neue Wirkstoffe haben. Die großen forschenden Pharma-Unternehmen gehen von der neuen Genomik aus. Sie identifizieren zunächst Zielmoleküle, an denen neue Medikamente wirken sollen. Wir kommen aus dem Bereich der Technologie und beginnen direkt mit bereits bekannten Substanzklassen."

Die Planung geht in zwei Stoßrichtungen: Erstens wollen die WissenschafterInnen am ABRI in Wien von bereits bekannten antibiotisch wirksamen Substanzen neue Abkömmlinge - Derivate -herstellen, die eine andere bzw. bessere Wirksamkeit besitzen.

Zweitens sind die ForscherInnen dabei, bisher noch nicht vollständig erforschte Substanzen auf ihre mögliche Wirksamkeit gegen Krankheitserreger zu testen und - im positiven Fall - ihr Entwicklungspotenzial in Richtung neuer Medikamente zu realisieren.

Für die Biochemie stellt die Einrichtung des neuen Instituts eine Weiterentwicklung bereits vorhandenen Forschungspotenzials dar. Nach der Entdeckung des ersten oralen, also in Kapsel- bzw. Tablettenform verabreichbaren, Penicillins durch Dr. Ernst Brandl und Dr. Hans Margreiter im Jahr 1951 hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten durch eine Vielzahl von Innovationen, vor allem im Technologie-Bereich, in der internationalen Fachwelt einen entsprechenden Ruf aufgebaut.

Nun erhöht das Unternehmen ihren Forschungsaufwand noch zusätzlich. Dr. Heinrich Scherfler: "Wir haben in den vergangenen Jahren Forschung & Entwicklung kontinuierlich gesteigert und geben allein im heurigen Jahr dafür insgesamt rund eine Milliarde Schilling (60 Mill. Euro) aus und beschäftigen in diesem Bereich 330 MitarbeiterInnen, das sind über 15 Prozent unserer Belegschaft." Im Jahr 2000 lagen die F&E-Ausgaben noch bei rund 50 Millionen Euro (847 Mill. ATS).

Österreich nimmt für Novartis eine bedeutende Stellung ein. Einerseits befindet sich mit dem Novartis-Forschungsinstitut (NFI) eines der großen Forschungszentren des Konzerns in Wien, andererseits ist in Kundl/Tirol, die Konzernzentrale für Generika (= patentfreie Arzneimittel) angesiedelt. Dort ist auch der Firmensitz der Novartis-Tochter Biochemie GmbH, die ihre Arzneimittel und Wirkstoffe weltweit vertreibt und das größte österreichische Pharmaunternehmen ist.

Die zur Schweizer Novartis-Gruppe zählende Biochemie GmbH ist ein weltweit aktives Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen und zählt zu den führenden Herstellern von Beta-Laktam-Antibiotika (wie Penicilline und Cefalosporine). 2000 wurde mit 2087 MitarbeiterInnen ein Umsatz von ATS 10,9 Milliarden/ EUR 792 Millionen erzielt. Fertige Arzneimittel und Wirkstoffe der Biochemie werden in über 120 Ländern eingesetzt. In Österreich ist die Biochemie der größte Pharmahersteller und -Exporteur mit 97,3 Prozent Exportanteil im Jahr 2000.

Die österreichische Novartis Gruppe ist in allen Kerngeschäftsbereichen mit eigenständigen Unternehmen tätig, beschäftigt über 2.500 MitarbeiterInnen und erzielte 2000 einen Umsatz von 13,4 Milliarden ATS/EUR 974 Millionen (exklusive Agribusiness). Die jährlich in Österreich getätigten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen belaufen sich auf rund 1,2 Milliarden ATS (EUR 87,2 Millionen). Der Exportanteil beträgt insgesamt 83,9 Prozent, wobei das Exportgeschäft insbesondere für die Sektoren Generics (Biochemie GmbH in Tirol) und Tiergesundheit eine zentrale Rolle spielt.

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