Ettl warnt vor "brain-drain" in den Erweiterungsstaaten

Wien (SK) "Damit es nicht im Rahmen der EU-Erweiterung zu Pendlerproblemen auf den Arbeitsmärkten der Grenzregionen der EU kommt, sind von der EU Übergangsregelungen in punkto Freizügigkeit eingeführt worden. Jedoch ein anderes Problem könnte sein, dass nach dem Beitritt der neuen Bewerberländer deren gut ausgebildete Facharbeiter und Ingenieure in die westeuropäischen EU-Länder übersiedeln aufgrund von besseren Verdienstmöglichkeiten", erklärte der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl Donnerstag bei einem von der SPE-Fraktion organisierten Seminar über Beschäftigung und Erweiterung. "Der sogenannte 'brain-drain' in den Beitrittsländern würde dem Westen preisgünstige Spezialisten zuführen. Die Erweiterungsstaaten aber würden ihre besten Arbeitskräfte verlieren. Dies könnte hauptsächlich auf Ungarn zutreffen." ****

"Wer sind die Gewinner, wer die Verlierer der Erweiterung?", fragte Ettl. Zu den Gewinnern zählen Deutschland, Österreich und Italien, während die Verlierer in den Kohäsionsländern Griechenland, Spanien, Portugal und Irland zu finden seien. Aber auch Dänemark sei von der Erweiterung betroffen, da die Erweiterung "in erster Linie durch Umschichtungen im Bereich der von der EU vergebenen Agrar- und Strukturmittel" finanziert werden solle, so Ettl.

"Selbstverständlich" seien aber auch die Erweiterungsstaaten selbst Gewinner der Erweiterung - "vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen". Besonders hohe Steigerungen des BIP seien in Ungarn, Polen, aber auch der Tschechischen Republik zu erwarten, betonte der SPÖ-Europaabgeordnete.

"Leider ist noch nicht aller Tage Abend", warnte Ettl. "Ob die Finanzierung ohne eine Aufstockung der Eigenmittel - von derzeit 1,06 Prozent des BIP auf 1,27 Prozent - ausreichen wird, ist eine offene Frage."

Probleme sieht Ettl noch bei Firmengründungen in den Erweiterungsländern: "Es gibt zu wenig Risikokapital für Firmengründungen. Nach den Veränderungen auf den Finanzmärkten während der letzten Monate ist das Bereitstellen von Risikokapitel noch schwieriger geworden - und schafft auch der EU große Probleme", schloss Ettl. (Schluss) ml/mm

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