Bartenstein: Arzneimittelzugang für Entwicklungsländer besonders sensible Frage bei WTO-Konferenz

Appell an USA zu mehr Flexibilität

Wien (BMWA-OTS) - Die Regelung des Zugangs der Entwicklungsländer zu lebensnotwendigen Medikamenten sei eine der sensibelsten Fragen bei der heute in Katar beginnenden WTO-Konferenz, sagte Wirtschafts-und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein anlässlich der Eröffnung des Antibiotic Research Institute Vienna der Biochemie GmbH am Freitag. ****

Es sei anzuerkennen, dass es diesen Zugang gerade bei Epidemien wie HIV/Aids für Schwarzafrika geben müsse. Eine besondere Rücksichtnahme sei dabei darauf zu nehmen, dass Länder, die selbst keine Erzeugerkapazität hätten, trotz aufrechter Patente solche lebensrettenden Arzneimittel unter vertretbaren Bedingungen importieren könnten. Die Regelung des "Geistigen Eigentums" in der WTO dürfe nicht als Hindernis für die ausreichende Versorgung mit Medikamenten in den Entwicklungsländern betrachtet werden.

Man dürfe dabei aber nicht das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und daraus einen Freibrief für das Unterlaufen von Patenten machen, betonte Bartenstein. Denn damit würde man den Anreiz für Forschung und Entwicklung neuer lebensrettender Medikamente gefährden. Er richte daher einen eindringlichen Appell an die USA. bei den Verhandlungen in Doha flexibel zu sein, sonst stehe der Vorwurf der Doppelbödigkeit im Raum, nachdem die USA. zuletzt in Sachen Anthrax selbst als hochentwickeltes Industrieland sehr schnell bereit gewesen wären, den Patentschutz für das Anthraxantibiotikum CIPROFLOXACIN von Bayer auszusetzen, sagte Bartenstein.

Bei der Veranstaltung wies der Wirtschafts- und Arbeitsminister auf die einmalige Erfolgsgeschichte des Unternehmens in den letzten 50 Jahren hin und hob besonders die Herstellung des oralen Penicillins V als eine der wichtigsten Erfindungen der Pharmawelt hervor. Forschung und Entwicklung seien eine der wichtigsten Komponenten einer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterstütze daher auch Kompetenzzentren wie z.B. jenes der Biochemie GmbH, das Austrian Center of Biopharmaceutical Technology (ACBT), das mit 40 Millionen Schilling (2,9 Millionen Euro) mitfinanziert werde, sagte Bartenstein.

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