AK verlangt bessere Studien-Chancen statt Uni-Ausgliederung

Veranstaltung "Universitäten zwischen Autonomie und Ökonomie" in der Arbeiterkammer

Wien (AK) - Ein Gesamtkonzept für Unis und Fachhochschulen, an denen alle Interessierten ohne Hürden und in akzeptabler Zeit ein Studium abschließen können: Das verlangt heute, Freitag, Johanna Ettl, Leiterin des Bereiches Bildung in der AK, bei der Veranstaltung "Universitäten zwischen Autonomie und Ökonomie" in der Arbeiterkammer Wien. Zur Veranstaltung haben AK, ÖGB, die Bundeskonferenz des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals und die Hochschülerschaft gemeinsam eingeladen. Ettl kritisiert den "Gestaltungsvorschlag" der Bildungsministerin für die so genannte Uni-Autonomie: "Zu geringe Budgetmittel werden den Druck in Richtung höherer Studiengebühren verstärken." Ettl kritisiert auch, dass laut Gestaltungsvorschlag "in Zukunft nur noch das Bildungsministerium und die Uni-Spitze Einfluss auf die Unis haben sollen - nicht mehr aber das Parlament, die Studierenden, die Uni-Beschäftigten und die Sozialpartner." ****

"Die Probleme der Unis werden nicht gelöst, sondern verschärft, wenn die Bildungsministerin ihren Gestaltungsvorschlag durchzieht", sagt Ettl. Die Bildungsministerin will alle 18 österreichischen Unis mit einem Schlag ausgliedern - und mit auf derzeitigem Stand eingefrorenen Budgetmitteln abspeisen. In der Folge würden die Unis den offenen Hochschulzugang zurücknehmen und mit einem verschärften Studienrecht für erheblich weniger Studierende sorgen müssen. Nicht zuletzt ist auch mit Personalabbau zu rechnen. "Das bedeutet schlechtere Chancen für Kinder von Klein- und Mittelverdienern und für Studierende, die über den zweiten Bildungsweg kommen."

Die AK unterstützt die Ziele des aktuell laufenden Bildungsvolksbegehrens, kritisiert die heuer eingeführten Studiengebühren - und verlangt, dass die Bildungsministerin ihren "Gestaltungsvorschlag" für die Uni-Ausgliederung zurückzieht. Er bietet keine Ansätze, um den aktuellen Anforderungen an die Unis gerecht zu werden: dass mehr Interessierte studieren können - und nicht weniger; dass die Studiendauer nicht mehr durch Raum- und Personalmangel künstlich verlängert wird; dass es ausreichend Studien-Angebote für Berufstätige gibt. Dafür verlangt Ettl ein Gesamtkonzept. Außerdem müssten bei der Entwicklung der Unis weiterhin das Parlament, die Studierenden, die HochschullehrerInnen und die Sozialpartner mitreden können - laut "Gestaltungsvorschlag" sollen an den Unis nur noch das Ministerium, die Rektoren und ein "Universitätsrat" aus außen Stehenden das Sagen haben.

Auf der Veranstaltung wird auch eine gemeinsame Resolution von AK, ÖGB, Höchschülerschaft und HochschullehrerInnen vorgelegt. Verlangt wird unter anderem, dass die Tauglichkeit der Uni-Reform mit mehrjährigen Budgets und Leistungsvereinbarungen zunächst in Pilot-Projekten erprobt wird; dass die Mitbestimmung von Parlament, Studierenden, Uni-Beschäftigten und Sozialpartnern erhalten bleibt; und dass "der gebührenfreie und offene Zugang zu den Unis und Fachhochschulen wieder hergestellt wird, statt neue Barrieren für Studierende zu errichten". Für 14.30 Uhr ist eine Podiumsdiskussion geplant. Thema: "Uni wohin? Auswirkungen der aktuellen Reformen auf den Bildungsbereich und die Gesellschaft." Es diskutieren: Johanna Ettl (AK Wien), Reinhard Folk (Bundeskonferenz), Andrea Kdolsky (Bundessektion Hochschullehrer), Andrea Mautz (Hochschülerschaft), Peter Skalicky (Technische Uni Wien).

SERVICE: Veranstaltung "Universitäten zwischen Autonomie und Ökonomie", Fr, 9.11.2001, 10-16.30h, AK Bildungszentrum, 4, Thersianumg 16-18 - Poduimsdiskussion: 14.30-16.30h

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