Dokumentation über Mahnmal Riga im Museum Judenplatz

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny ehrt die Initiatoren des Projekts

Wien, (OTS) "Das Mahnmal und das Museum auf dem Judenplatz stehen so wie das Mahnmal in Riga in engem Zusammenhang mit dem Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus”, betonte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny anlässlich der Eröffnung einer Dokumentation über das Riga-Projekt im Simon Wiesenthal-Raum des Museums auf dem Judenplatz am Freitag, dem 9. November. Das Projekt Mahnmal Riga wurde im Gedenken der deutschen und österreichischen Juden initiiert, die nach Riga deportiert wurden und in der Folge umgekommen sind. Die Ausstellung, die das Projekt darstellt, ist bis zum Frühjahr 2002 im Simon Wiesenthal-Raum des Museums auf dem Judenplatz, 1010 Wien, Judenplatz 8, Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter zweisprachiger Katalog.

Mailath-Pokorny erinnerte, dass der 9. November als Eröffnungstag für diese Dokumentation auch deshalb besonders gut geeignet sei, da dieser Tag dem Gedenken an den Novemberpogrom von 1938 gewidmet sei, im Zuge dessen die Synagogen und Bethäuser in Wien brannten.****

"Die Geschichte zeigt uns, dass die Menschen zu guten wie auch bösen Handlungen fähig sind. Die Politik schafft die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dazu. Die Politik der Nationalsozialisten hat an die niedrigsten Instinkte der Menschen appelliert und mit Terror und Manipulation die Rahmenbedingungen für die Entfaltung dieser Instinkte geschaffen. Aufgabe der heutigen Politik muss es sein, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass sich die positiven Eigenschaften des Menschen entfalten”, meinte der Kulturstadtrat, der im Anschluss an die Eröffnung die Initiatoren des Projekts Mahnmal Riga mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien auszeichnete. Erich Herzl, der die Ausstellung und das Projekt Mahnmal Riga maßgeblich initiierte, dankte dem Kulturstadtrat namens der Ausgezeichneten und Direktor Karl Albrecht-Weinberger für die Ausrichtung der Ausstellung im Museum auf dem Judenplatz.

Das Projekt Mahnmal Riga

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen im Baltikum im Jahre 1941 wurden in Riga ein Ghetto und in der Umgebung verschiedene Arbeitslager eingerichtet. Von den im Zeitraum Dezember 1941 bis Februar 1942 rund 4.000 österreichischen Juden - Männer, Frauen und Kinder -, die nach Riga deportiert wurden, kamen die meisten in das Ghetto oder mussten im Lager Salaspils Zwangsarbeit leisten. Viele von ihnen wurden im nahe gelegenen Bikernieki-Wald erschossen. Von den insgesamt 20.000 aus dem Deutschen Reich nach Riga deportierten Juden überlebten nur 800 Personen die Selektionen, das Ghetto und die verschiedenen Konzentrationslager, unter ihnen rund 100 Österreicher.

Auf Initiative von Ing. Erich Herzl wurde 1993 der Verein "Initiative Riga” gegründet. Die Mitglieder des Vereines waren wie Herzl Hinterbliebene oder Freunde von nach Riga Deportierten, die sich das Ziel setzten, für die Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes in Riga ein würdiges Mahnmal zu errichten. Schließlich gelang es dem Verein mit organisatorischer Hilfe des Österreichischen Schwarzen Kreuzes die nötige Unterstützung für die Errichtung des Mahnmals zu erreichen: Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, 16 deutsche Städte, aus denen Juden nach Riga deportiert wurden, und auch die Stadt Wien trugen zur Errichtung der Gedenkstätte im Bikernieki-Wald in Riga bei, die nach den Plänen des lettischen Architekten Sergej Rysh verwirklicht wurde. Anliegen von Rysh war es, für jedes Opfer der zehntausenden österreichischen, deutschen und tschechischen Juden, für die russischen Kriegsgefangenen, die ermordeten Antifaschisten und die Euthanasieopfer ein namenloses Grabmahl zu schaffen. Steine wurden auf die Anlage gesetzt, die erkennen lassen, dass der gesamte Ort ein einziger Hinrichtungsplatz war. Die Steine stehen dicht beieinander, so wie die Menschen bei ihrer Ermordung. Im Zentrum der Anlage steht eine Art Kapelle mit einem Gedenkstein, die einen Ort für das Gedenken an die Toten bildet. Am 30. November wird die gesamte Anlage eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben werden. (Schluss) sta

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