Pressekonferenz der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik

St. Pölten (OTS) - "Gelebte Nachbarschaft" in der Grenzregion Niederösterreich - Tschechien - Slowakei

9. November 2001, 10.00 Uhr
Landhaus - Leopoldsaal
3100 St. Pölten, Landhausplatz Haus 1a

Referenten:
Dr. Gerhard H. Bauer
Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik

Abg. z. NR Dr. Hannes Bauer
Vorsitzender des Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung

Vortr. Hofrat Dr. Gerhard Silberbauer
EU-Beauftragter des Landes Niederösterreich

Die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) hat sich mit dem Projekt "Gelebte Nachbarschaft in der Grenzregion" das Ziel gesetzt, die Einstellung der Niederösterreicher und Niederösterreicherinnen zu den Nachbarländern Tschechien und Slowakei näher zu beleuchten und über das Ausmaß und die Entwicklung überregionaler kommunaler Zusammenarbeit in der Grenzregion Aufschluss zu gewinnen.

Unser Projekt setzt sich aus 4 Teilen zusammen:

  • Gespräche mit Bürgermeistern aus Niederösterreich (19), Tschechien (8) und der Slowakei (4)
  • Telefonumfrage Niederösterreich - Tschechien (N = 500)
  • Telefonumfrage Niederösterreich - Slowakei (N = 500)
  • Fragebogenaktion in grenznahen niederösterreichischen Gemeinden (N = 341)

Kernaussagen der Telefonumfragen

  • Die Niederösterreicher beurteilen die Grenzöffnung des Jahres 1989 positiv. Nur eine Minderheit hält die Grenzöffnung des Jahres 1989 für eine schlechte Sache:
  • "schlechte Sache für die Niederösterreicher": 26 % (NÖ/CS) bzw. 33 % (NÖ/SK)
  • "schlechte Sache für alle Österreicher": 22 % (NÖ/CS) bzw. 21 % (NÖ/SK)
  • "schlechte Sache für ganz Europa": 11 % (NÖ/CS) bzw. 12 % (NÖ/SK)

Nur eine Minderheit der Niederösterreicher ist der Ansicht, dass * sie persönlich (NÖ/CS: 17 % bzw. NÖ/SK: 16 %)
* ihre Gemeinde (NÖ/CS: 29 % bzw. NÖ/SK: 23 %)
* und Niederösterreich (NÖ/CS: 24 % bzw. NÖ/SK: 23 %)

aus der Grenzöffnung mehr Nachteile erfahren hätten.

  • Ein EU-Beitritt Tschechiens und der Slowakei wird von einer Mehrheit begrüßt (NÖ/CS: 36 % bzw. NÖ/SK: 32 %) bzw. hingenommen (egal: NÖ/CS: 20 % bzw. NÖ/SK: 26 %;) Der Beitritt Tschechiens und der Slowakei wird von jeweils 37 % abgelehnt.
  • Die Niederösterreicher vermuten Informationsdefizite über die Beitrittsländer bei Westösterreichern (NÖ/CS: 58 % bzw. NÖ/SK: 65 %) und bei Westeuropäern (NÖ/CS: 54 % bzw. NÖ/SK: 52 %).
  • Die Nachbarländer werden vor allem als Ausflugs- und Einkaufsziele betrachtet. Der "Einkaufstourismus" nach Tschechien ist stärker als der in die Slowakei.
  • Die Nachbarländer werden nicht als potentieller Arbeitsplatz betrachtet.

Kernaussagen der Bürgermeistergespräche:

  • Grenzregionen werden nicht in ausreichendem Maß gefördert - oft sind gegenteilige Tendenzen erkennbar.
  • Großer Nachholbedarf in der Verkehrsinfrastruktur - vor allem zur Slowakei
  • Keine Angst vor Migrationswelle!
  • Übergangsfristen - ja, aber flexibel gehandhabt.
  • Wirtschaftliches Potential der Nachbarstaaten darf nicht unterschätzt werden.
  • Kriminalität ist regional gestiegen, aber nicht in dramatischem Ausmaß.

Achtung!

Detaillierte Ergebnisse und Grafiken zu unseren Umfragen sind ab 9. November 2001, 11 h auf unserer Homepage http://www.euro-info.net unter den Rubriken "Studien und Pressekonferenzen" abrufbar!

Rückfragen & Kontakt:

Herr Dr. Gerhard Bauer
Frau Schreiber
Tel.: 533 49 99
Fax: 533 49 40
europa@euro-info.net

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