Pickerl: KfV gegen Verlängerung auf drei Jahre

Spätestens nach zwei Jahren muss Überprüfung auch bei Neuwagen erfolgen, danach jährlich

Wien (OTS)- Die jährliche §57a-Begutachtung für Neufahrzeuge soll nach einem Vorschlag der Bundesregierung wegfallen. Stattdessen soll die erste Überprüfung für Neuwagen erst nach drei Jahren, die zweite Überprüfung zwei Jahre danach und erst in der Folge wieder alljährlich erfolgen. Dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) erscheint dieses Zeitintervall jedenfalls zu lange: "Je häufiger kontrolliert wird desto besser! Fällt die jährliche Begutachtung, ist aus Sicht der Verkehrssicherheit nur vertretbar, dass die Erstbegutachtung spätestens nach zwei Jahren, dann wieder jährlich, erfolgt. Der Aspekt des Umweltschutzes ist dabei aber noch nicht berücksichtigt", tritt Ing. Kurt Vavryn, Leiter der Abteilung Fahrausbildung und Fahrzeugtechnik des KfV, entschieden gegen eine Verlängerung ein.

Kompromiss: Erstbegutachtung nach 2 Jahren

Die Garantiebestimmungen der EU, die ab 1. Jänner 2002 in Kraft treten, verlängern die Garantiezeit bei Neuwagen auf zwei Jahre. "Durch die §57 Bestimmung können noch rechtzeitig vor Ablauf der Garantiezeit versteckte Mängel festgestellt werden" so Vavryn. Auch der Kostenfaktor kommt zum Tragen: Die Reparatur etwaiger Mängel muss dann nicht aus eigener Tasche bezahlt werden. Das KfV schlägt daher eine freiwillige Erstbegutachtung innerhalb eines Jahres vor - noch dazu wo die Kfz-Wirtschaft diese gratis anbietet - und eine verpflichtende nach zwei Jahren. Danach soll wieder jährlich überprüft werden.

Begutachtung der Kilometerleistung nicht administrierbar!

Die jährliche Pickerlüberprüfung hat sich aus Sicht der Verkehrssicherheit und des Umweltschutzes bewährt. Viele technische Mängel und falsche Abgaswerte konnten rechtzeitig aufgezeigt werden. Im Zuge der Diskussion um eine Verlängerung der Prüfintervalle wurde auch vorgeschlagen, die Erstbegutachtung von der Kilometerleistung abhängig zu machen. Bekanntlich gibt es Fahrer, die unter 10.000 km pro Jahr und andere, die 40.000, 50.000 km oder mehr pro Jahr zurücklegen. Bei einer höheren Jahreskilometerleistung ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein technischer Mangel auftreten kann natürlich größer. "Eine Regelung, die auf die gefahrenen Kilometer abzielt ist aus Sicht des KfV aber schlicht und einfach nicht administrierbar", kritisiert Vavryn diese Lösung.

28 Jahre Pickerl

Mit der 1973 eingeführten wiederkehrenden Begutachtung nach §57a aus Gründen der Verkehrssicherheit und der Betriebssicherheit hat Österreich eine Vorreiterrolle übernommen. Vor allem auch im Zuge der Katalysatorpflicht und der jährlichen Überprüfung der Abgaswerte, konnte die ökologische Verkehrsbilanz verbessert werden. Eine Verlängerung der Pickerl-Intervalle würde einen gewaltigen Rückschritt für Umwelt und Verkehr bedeuten.

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