Pittermann: Polizisten erlernen Umgang mit psychisch Kranken

Dreitägiges Seminar verbessert Handlungsmöglichkeiten für PolizistInnen

Wien, (OTS) Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker stellte am Mittwoch gemeinsam mit dem Wiener Polizeipräsident Dr. Peter Stiedl das Projekt "Umgang mit psychisch Kranken" der Öffentlichkeit vor. "Im Mittelpunkt dieser Kooperation von Wiener Polizei und ExpertInnen der Psychiatrie steht der psychisch kranke Mensch. Es geht dabei um das Erlernen eines verbesserten menschlichen Umgangs mit PatientInnen, um das Wissen über psychische Krankheiten, das rechtliche Umfeld sowie die Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten" erläuterte die Wiener Gesundheitsstadträtin das europaweit einzigartige Projekt. Grundlegendes Ziel sei die Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses von Psychiatrie und Exekutive, wie Polizeipräsident Stiedl betonte.

Rund 10 Prozent der Einweisungen von psychisch Kranken in das Otto-Wagner-Spital und Kaiser-Franz-Josef-Spital erfolgt durch die Polizei. Gerade beim Erstkontakt mit psychisch "auffallenden" Personen ist ein entsprechendes Handeln wichtig, da das weitere Schicksal der PatientInnen davon abhängig ist. Daher werden die PolizistInnen nicht nur praxisnah im Umgang mit psychisch Kranken geschult, sondern auch umfassend über die Vernetzung mit Hilfseinrichtungen und bestehenden extramurale Einrichtungen informiert.****

In Zusammenarbeit mit dem SMZ Baumgartner Höhe bringt ein dreitägiges Seminar interessierten PolizistInnen Grundkenntnisse über psychisch Kranke, die Vermittlung entsprechender Haltungen und professionellen Umgang näher. Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei
o Grundkenntnisse über psychische Erkrankungen
o Behandlungsmöglichkeiten und Methoden
o Menschlicher Umgang mit PatientInnen
o Rechtliche Grundlagen des Einschreitens
o Rechtliche Grundlagen einer Unterbringung
o Extramurale Einrichtungen
o Stellung der Angehörigen
o Maßnahmenvollzug

1994 wurde mit dieses Projekt - auf Grund einer Initiative - von Major Friedrich Kovar und Prim. Dr. Harald David als eintägiges Seminar gestartet. Im zweiten Jahr wurde das Seminar auf drei Tage ausgeweitet. "Dieses Seminar geht weit über die tatsächliche berufliche Weiterbildung hinaus, denn es ist ein Menschenrechts-Seminar, wo es um das Erlernen von Kompetenz und Toleranz, um Konfliktmanagement, den Abbau von Vorurteilen und entsprechende Kommunikation mit psychisch Kranken geht", so Mitinitiator Major Kovar.

Seit 2001 gibt es ein zusätzliches Angebot zur Absolvierung eines Praxistages, wo in einer psychiatrischen Abteilung der Spitalsalltag gezeigt wird. Dabei erhalten die PolizistInnen die Gelegenheit, die Möglichkeiten und Grenzen der stationären Psychiatrie kennen und verstehen zu lernen. Eine große Aufwertung hat dieses Seminar 2001 dadurch erhalten, dass es in die Sicherheitsakademie des Bundesministeriums für Inneres aufgenommen wurde. Ab November 2001 können österreichweit alle Führungskräfte der Exekutive (Gendarmerie, Polizei, Kriminaldienst, Verwaltung) um die Teilnahme an diesem Seminar ansuchen. Über 350 PolizistInnen haben bis jetzt dieses Seminar absolviert.

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(Schluss) uls

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