- Lohner sagt der "Josefstadt" für die Zeit ab 2003 ab.

- Gratzers Sparkonzept: "Einheitsbühnenbilder, keine Regieexzesse, Personalkürzungen in allen Bereichen." Vorausmeldung zu NEWS 45/01 v. 8.11.2001

Wien (OTS) - Helmuth Lohner, amtierender Direktor und Publikumsmagnet der "Josefstadt", verlässt das Haus mit Beginn der Ära Hans Gratzer. Das bestätigt er in der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS: "Ich stehe unter der neuen Direktion weder als Schauspieler noch als Regisseur zur Verfügung. Ich bin es ein wenig müde." Lohner, der bis zuletzt für Karlheinz Hackl plädierte, hat auch in der Sitzung der "Josefstadt Ges.m.b.H" gegen Gratzer gestimmt (das Ergebnis lautete 3 : 2).

Gratzer skizziert in derselben NEWS-Ausgabe den Sparkurs, zu dem er von den Subventionsgebern verpflichtet wurde.

  • "Regieexzesse" wird es nicht geben: "Jeder Abonnent hat das Recht, nicht verwirrt, sondern erfreut aus dem Theater zu gehen. Ich werde revolutionär altmodisch sein."
  • Die Bühnenbilder werden radikal vereinfacht: Etwa fünf variable Ausstattungen von größter Einfachheit - "rollbar, zusammenklappbar, für Tourneen transportabel" - sollen für das gesamte Repertoire ausreichen.
  • Gratzer kündigt Sparmaßnahmen für alle Bereiche des Hauses an, wird sich mit dem Betriebsrat kurzschließen. "Der gesamte Betrieb muss kleiner werden. Ich werde genau eingespielte Teams bilden, so dass es nicht nötig sein wird, so viele Mitarbeiter zu haben. Das wird Härten ergeben, aber ich werde alles tun, sie so logisch wie möglich zu erklären." Gratzer zum Schauspielensemble: "Das Teure sind nie die Stars. Die spielen ja das Geld ein. Das Teure sind die Zuvielen."

An der "Josefstadt" werden laut Gratzer ausschließlich österreichische Stücke gezeigt. Der Spielplan wird bei Amtsantritt für mindestens drei Jahre feststehen. Gratzer deutet Stücke wie "Christinas Heimreise" (Hofmannsthal) und "Des Meeres und der Liebe Wellen" (Grillparzer) an.

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