Leitl: Abfertigung neu bietet für alle Seiten Vorteile

Belangsendung der WKÖ, am 8. November in Ö1

Wien (PWK794) - Die Abfertigung neu, als Arbeitsgrundlage für die Politik von den Sozialpartnern präsentiert, ist nicht nur eine Lösung für das in ganz Europa diskutierte Problem der Altersvorsorge. Österreich hängt sich damit nicht an die europaweite Diskussion, sondern geht, betont Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, einen eigenen Weg: "Wir schaffen das alte Instrument der Abfertigung, das auch aus sozialpolitischen Gründen überholt ist, ab. Und wir schaffen etwas Neues, etwas Zukunftsorientiertes, nämlich eine betriebliche Zusatzpensionsvorsorge für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Die Abfertigung neu bietet für alle, auch für die Arbeitgeber, Vorteile. Denn die Finanzierung von Abfertigungen kann leicht zum existenzbedrohenden Problem werden, weiß Leitl: Zum Beispiel ist ein Bäckermeister in Braunau zu mir gekommen und hat gesagt, Herr Leitl, ich weiß nicht mehr ein noch aus. Ein Bäcker von mir ist mit 60 Jahren in Pension gegangen - er bekommt 700.000 Schilling Abfertigung. Das habe ich gewusst, dieses Geld habe ich auf der Seite. Jetzt ist der zweite gekommen, er geht gesundheitsbedingt in Frühpension. Weitere 500.000 Schilling. Diese 1,2 Millionen Schilling habe ich nicht. Wenn jetzt dieser Bäckermeister monatlich ein paar hundert Schilling wegzahlt, kommt er nie wieder in die Situation, dass er plötzlich 1,2 Millionen Schilling haben muss."

Schwere Folgen kann die Abfertigungsproblematik im Zuge von Betriebsübernahmen haben. Dann nämlich, wenn der scheidende Betriebsinhaber das Geld für die Abfertigungen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht aufbringen kann und der Neue sie nicht übernimmt. "Was bleibt? Keine Betriebsübernahme erfolgt und der Weg in die Insolvenz", so Leitl. Und ein Unternehmer der viele Jahre ehrlich seine Arbeit getan hat, geht dann als Pleitier in Pension.

Die Abfertigung neu bietet aber nicht nur für diese Probleme eine Lösung, erinnert Wirtschaftskammer-Chef Leitl. "Was mich besonders freut, ist, dass wir eine krasse Benachteiligung beseitigen können. Bis jetzt hat es steuerbegünstigt nur für die Arbeitnehmer eine solche Vorsorge Abfertigung oder in Zukunft Betriebszusatzpension gegeben. In Zukunft soll es auch für Unternehmer gelten." Denn vor allem die Kleinunternehmer haben am Ende ihres Arbeitslebens oft nur eine bescheidene Pension. Vergleichbar mit der ihrer Arbeitnehmer. "Daher ist es für mich eine ganz wichtige Angelegenheit, dass wir auch den Unternehmern die Möglichkeit geben, steuerbegünstigt Vorsorge zu treffen - auch für die eigene Zusatzpension und nicht nur für die ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", bekräftigt Leitl .

Am Zuge ist jetzt die Politik. Damit nach der notwendigen parlamentarischen Behandlung die Abfertigung neu am 1. Juli 2002 Gesetz werden kann. (EBK)

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