ARMUTSKONFERENZ: Projekte für Benachteiligte am Arbeitsmarkt in Gefahr!

Trotz Überschüssen der Arbeitslosenversicherung und dem aktuell notwendigen Gegensteuern bei Konjunktureinbruch werden Projekte für die Benachteiligsten am Arbeitsmarkt gekürzt. Von Minister Bartenstein und Grasser wird künstlich ein Defizit des AMS herbeigeführt

Wien (OTS) - Projekte und Initiativen, die sich für Benachteiligte am Arbeitsmarkt engagieren, sind von massiven Leistungseinschränkungen bedroht. "Das ist bei Milliarden an Überschüssen der Arbeitslosenversicherung und dem aktuell notwendigen Gegensteuern bei Konjunktureinbruch völlig unverständlich und unvernünftig", weist der Sozialexperte Martin Schenk auf die drohenden Kürzungen bei sozioökonomischen Betrieben und Beratungsstellen in Wien, Niederösterreich, Kärnten, Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Salzburg hin. Betroffen sind benachteiligte Frauen, Langzeitbeschäftigungslose, Migranten, Behinderte, Personen mit psychosozialen Problemen - "allesamt Menschen, die das Tempo am ersten Arbeitsmarkt nicht mehr halten können und eine ganzheitliche Begleitung für ihre berufliche wie menschliche Integration brauchen", so Schenk.

Rund 37 Mrd ÖS werden aus den Überschüssen der Arbeitslosenversicherung an den Finanzminister abgezweigt und damit künstlich ein Defizit des AMS erzeugt. So stehen Im Jahr 2002 mit rund 7,6 Mrd dem AMS um 650 Mio weniger Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung als im Jahr 2001. Und auch die mit 1,5 Mrd dotierte Rücklage des AMS wird nicht für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit eingesetzt, sondern zweckwidrig vom Finanzminister für sein "Nulldefizit" abgezweigt.

Die Verbesserung der Schnittstelle zwischen dem unteren sozialen Netz der Sozialhilfe und dem vorgelagerten System der Arbeitslosenversicherung wird in Sonntagsreden immer wieder betont. Mit diesen Kürzungen aber werden schwer Vermittelbare in die Sozialhilfe abgedrängt. Ohne ausreichende Begleitung kann man den Problemlagen der Betroffenen nichts entgegensetzen. Schnellsiedekurse aber führen zu Drehtüreffekten, dafür fallen die Langzeitarbeitslosen aus der AMS-Statistik. "Wir wollen die Betroffenen entlasten, nicht die Statistik.", so Schenk.

Zur Zeit arbeiten im Rahmen des "Bundesdachverbands der sozialen Unternehmen" über 100 Projekte mit 5000 Plätzen für die Benachteiligsten am Arbeitsmarkt und mit an die 100 000 Beratungen im Jahr an einer nachhaltigen Qualifizierung und Integration der Betroffenen.

Rückfragen & Kontakt:

DIE ARMUTSKONFERENZ
Lobby derer, die keine Lobby haben
Tel.: 01/ 408 06 95/ 25 oder 0664/ 544 55 54

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS