Haupt: Sicherung familien- und kindergerechten Lebensraumes mein persönliches Anliegen

Tagung "Familien - Zukunft der Gemeinden" als Initialzündung

Wien (BMSG(OTS) - für geplantes Audit

Anlässlich der heute im Dachfoyer der Wiener
Hofburg stattfindenden Tagung "Familien - Zukunft der Gemeinden" erklärte heute Bundesminister für soziale Sicherheit und Generationen, dass die Anregung kommunaler Familienpolitik zur Sicherung und Ausgestaltung eines familien- und kindergerechten Lebensraumes das Ziel der vom BMSG ins Leben gerufenen Initiative sei.****

Das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen entwickle gerade ein Messverfahren für Lebensqualität, ein "Audit familien- und kinderfreundliche Gemeinde", eine Aktion für die Gemeinde als Lebensraum für alle Generationen.

In einem Modellversuch, der mit der heutigen Veranstaltung "Familien - Zukunft der Gemeinden" in 8 Gemeinden in ganz Österreich gestartet werde, entstehe ein Bewertungssystem, mit dem die Gemeinde selbst einschätzen könne, wie kinder- und familienfreundlich sie ist, und in welche Richtung sie ihre Politik weiterentwickeln möchte. "Damit soll deutlich gemacht werden, dass die Rahmenbedingungen für ein Leben mit Kindern gestaltbar sind und dass die Betroffenen gehört werden müssen, wenn es um ihre Bedürfnisse geht", so der Familienminister.

Haben Kinder Raum für Spiel und eigene Aktivitäten und was ist kinderfreundlich?

Dipl. Ing. Heidrun Kunert-Schroth vom deutschen Institut für Urbanistik in Berlin weist in ihrem Vortrag "Kindgerechte Stadt -kann es das überhaupt geben?" darauf hin, dass eine noch so gut durchdachte räumliche Planung, wenn sie die Benutzer nicht mitwirken lasse, genauso wenig akzeptiert werde, wie eine einseitige Betonung von Erziehung und Betreuung. Kunert-Schroth spricht aber auch die Gefahr einer Entzivilisierung an, die einige ihrer Ursachen darin habe, dass Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit ordnungspolitischen Maßnahmen beantwortet werden und die europäischen Industriegesellschaften auf dem Weg seien, die entscheidenden humanen Ressourcen der Zukunft, die nachwachsenden Generationen aufs Spiel zu setzen.

"Die europäischen Städte, besonders die innenstadtnahen Stadtteile und Quartiere, aber auch die peripheren Großsiedlungen werden für Kinder oder Familien mit Kindern durch die Zurichtung der Stadt auf Anforderungen des Konsums, der Arbeitswelt und des Verkehrs zunehmend unbewohnbar, so dass Familien entweder die Städte verlassen oder sogar auf Nachwuchs verzichten", so Kunert-Schroth. Einen Ausweg aus dem Dilemma sieht die Stadt- und Sozialplanerin in der aktiven Bürgergesellschaft, in der Verantwortung und Leistungsfähigkeit wieder enger an die Individuen gebunden werde.

Umsetzungsmöglichkeiten von Familien- und Kinderfreundlichkeit in der Kommune

Umsetzungsmöglichkeiten von Familien- und Kinderfreundlichkeit in der Kommune stellt Dipl. Soz. Michaela Hellmann vom Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung an der Universität Hannover, vor. Dabei handle es sich um eine Strategie, die ein Gesamtkonzept erfordere, da nicht nur die Sozialplanung , sondern sämtliche Bereiche der Kommunalpolitik angesprochen seien. Als Werkzeuge eingesetzt werden Familien- und Kinderfreundlichkeitsprüfung, Beteiligung von Familien, Kindern und Jugendlichen, sowie Familien- und kinderfreundliches Verwaltungshandeln.

Vorarlberger Modell Familiengerechte Gemeinde

Das Vorarlberger Modell Familiengerechte Gemeinde setze auf Lebensqualität für Familien und familiengerechte Gemeindeentwicklung durch Anreize und Beteiligung. Wie die zuständige Landesrätin, Dr. Greti Schmid erklärt, sei Ziel dieser landesweiten Initiative, Lebensqualität von Müttern, Vätern, Kindern, Senioren und Seniorinnen nachhaltig zu verbessern und dies sei eben nur möglich, wenn nicht von Oben verordnet werde, sondern eine Beteiligung auf breiter Basis erfolge. "Die Palette der einzelnen Projekte in den Gemeinden ist bunt und reicht von Ferienprogrammen für Kinder, über Spielplatzgestaltung bis zur Reaktivierung alter Wanderwege", erklärte Schmid in diesem Zusammenhang.

Für die Vielfalt von Initiativen in den Gemeinden geben stellvertretend das Familienforum Mölltal und das Osttiroler Kinderbetreuungszentrum mit ihren Angeboten zur Kinderbetreuung und Elternbildung einen Bericht über ihre Aktivitäten. (Schluss) bxf

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