FP-Wagner: Wohnbauförderung für Rotlichtlokal im Haus der Schusterinnung

Aufruhr im Stuwerviertel über Ausweitung der Straßenprostitution und Rotlichtszene

Wien, 2001-1-07 (fpd) - "Die durch Straßenstrich und Rotlichtszene leidenden Bewohner des Stuwerviertels sind zu Recht aufgebracht und fühlen sich von SPÖ-Politikern verraten und gepflanzt", berichtet der Obmann der FPÖ-Leopoldstadt, Gemeinderat Josef Wagner. Seit der gestrigen Eröffnung eines weiteren Nachtlokals in der Molkereistraße gibt es neuerlich Aufruhr im Stuwerviertel. "Das Haus Molkereistraße 3, welches der Landesinnung Wien der Schuhmacher gehört, wurde mit 7,5 Millionen Schilling aus der Wohnbauförderung saniert", kritisiert Wagner den Einsatz von Geld aus der Wohnbauförderung für einschlägige Nachtlokale. ****

"Ich fordere von Wohnbaustadtrat Faymann eine Überprüfung der Förderung und Konsequenzen für den Hauseigentümer. Arbeitgeber, die in den Topf der Wohnbauförderung einzahlen, und sozial schwache Familien, die auf Wohnbeihilfe angewiesen sind, empfinden diese Förderung an die Schusterinnung samt Vermietung an ein einschlägiges Nachtlokal als Missbrauch und Verschwendung öffentlicher Gelder", so Wagner. Die FPÖ sieht darin einen weiteren Fall von roter "Freunderlwirtschaft" statt neuer Demut: "Die politisch Verantwortlichen des Bezirks und der Stadt gehören ebenso der SPÖ an wie der Innungsmeister der Schuhmacher".

ERSCHÜTTERNDE STUDIEN ÜBER 7000 ILLEGALE PROSTITUIERTE IN WIEN

Auf die bereits 1996 von der SPÖ versprochene Verschärfung des Wiener Prostitutionsgesetzes warten die durch Freier und illegale Prostituierte unter unerträglichen Zuständen leidenden "Stuwerviertler" noch heute, erinnert Wagner an die Wahlversprechen der SPÖ. "Inzwischen ist die Zahl der illegalen Prostituierten in Wien auf 7000 angestiegen", zitiert Wagner eine Untersuchung des Boltzmann Instituts. Nur zehn Prozent davon lassen sich regelmäßig untersuchen. Eine im Auftrag des Familienministeriums erstellte Studie der Wissenschafterin Sarah Shaw bestätigt, dass von den rund 200 minderjährigen Prostituierten in Wien 60 Prozent bereits mit 14 Jahren auf der Straße standen und dass 63 Prozent von Wiens jugendlichen Prostituierten drogensüchtig sind. Viele davon halten sich im Stuwerviertel auf, das auch als Babystrich bekannt ist.

SCHÄRFERES PROSTITUTIONSGESETZ STATT LÄCHERLICHE PETITION

"Angesichts dieser erschütternden Tatsachen ist die Reaktion der SPÖ ganz einfach lächerlich", berichtet Wagner von einer vom Justizsprecher der SPÖ, NAbg. Dr. Hannes Jarolim, verfassten Petition an den Niederösterreichischen Landeshauptmann. In dieser Petition wird Pröll gebeten, "er möge auf seine Niederösterreicher einwirken, von den Belästigungen der Bevölkerung im Stuwerviertel abzulassen". Diese von Jarolim im Leopoldstädter SPÖ-Blatt als "innovative Überlegung" gepriesene Idee beweise einmal mehr die Hilflosigkeit der Wiener SPÖ in Sicherheitsfragen.

"Wir Freiheitlichen fordern den verstärkten Einsatz und mehr Rechte für die Polizei gegen die Rotlichtszene, damit im Stuwerviertel Sicherheit und Wohnqualität wieder Vorrang haben vor Rotlichtlokalen in geförderten Wohnbauten", so Wagner abschließend. (Schluss)

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