"Kleine Zeitung" Kommentar: "Leiter statt Geld" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 6.11.2001

Graz (OTS) - Der Vorwurf ist hart: Die Regierung bekämpfe die Arbeitslosen und nicht die Arbeitslosigkeit. Ein realistischer Befund? Ein überzogener Befund von Caritas-Präsident Franz Küberl? Je nach Perspektive des Betrachters wird er als zur Gänze falsch oder auch richtig eingestuft.

Wie auch die Kritik der Caritas an der Sozialhilfe, die je nach Bundesland unterschiedlich ist. Sie trifft - und trifft nicht. Ein Faktum: Not im Burgenland wird gleich empfunden wie Not in Kärnten. Und gleichzeitig kostet wiederum das (Über-)Leben in Wien oder Salzburg weit mehr als im Burgenland.

Der eigentliche Ansatz im Kampf gegen Armut müsste ein anderer sein. Da geht es nicht um Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld. Chancengleichheit besteht bekanntlich nicht darin, dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt. Und so wäre das effektivste Hilfsmittel gegen Armut die verstärkte Schafftung von Billigjobs. Jobs, für die der Bund den Lohn bis zur Existenzsicherung ergänzt, um auch unqualifizierten Arbeitslosen noch die Chance zum Wiedereinstig zu geben.

Es kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein, Menschen staatlich alimentiert zu Hause sitzen zu lassen. Mit oft zerstörtem Selbstwertgefühl.****

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