Ärztekammer zu Chipkartengebühr: Positive Initiative der ÖVP

Gesundheitswesen braucht mehr Geld, sonst gibt es Leistungskürzungen

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) begrüßt die von der ÖVP beschlossene Einführung einer Chipkartengebühr. ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta machte Montag in einer Aussendung darauf aufmerksam, dass die österreichischen Ärzte wiederholt auf drohende Leistungseinschränkungen im Gesundheitssystem hingewiesen hätten, wenn nicht mehr Mittel für die Krankenkassen zur Verfügung gestellt würden.

VP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger hatte vergangenes Wochenende eine Chipkartengebühr in der Höhe von ÖS 500,-- jährlich gefordert, um den Leistungsumfang und die Qualität der medizinischen Versorgung sicherzustellen.

Offensichtlich sei nun auch die ÖVP überzeugt, dass eine Fortsetzung der bisher von ihr mitgetragenen Sparpolitik im Gesundheitswesen zu Verschlechterungen der medizinischen Versorgung führe, so Pjeta.

Mit der Umstellung auf die Chipkarte würden die Krankenkassen wegen des Wegfalls der Krankenscheingebühr erhebliche Einnahmen verlieren, stellt der Ärztepräsident fest. Die Einführung einer Chipkartengebühr von ÖS 500,-- würde es den Krankenkassen auch in Zukunft ermöglichen, medizinische Leistungen ohne wesentliche Einschränkungen zu finanzieren. Denn die Chipkarten-Gebühr treffe unabhängig von der Inanspruchnahme einer medizinischen Hilfe alle Sozialversicherten solidarisch.

Es ist daher nach Ansicht Pjetas bemerkenswert, dass die ÖVP und ihr Gesundheitssprecher das Finanzierungsproblem im Gesundheitswesen jetzt ernsthaft angehen möchten. Pjeta: "Die geforderten Strukturreformen durch eine Intensivierung der wohnortnahen medizinischen Versorgung können nur dann erfolgreich sein, wenn die Finanzierungslücke der Krankenkassen so rasch wie möglich geschlossen wird." Abschließend sprach sich der Ärztepräsident für eine umfassende Analyse der medizinischen Versorgung in Krankenhäusern und durch niedergelassene Ärzte unter konkreten Qualitätsvorgaben aus, um Leistungen und damit verbundene Kosten vergleichbar zu machen. (Schluss)

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