Bauindustrie forciert Lehrlingsausbildung

Zahl der Lehrlinge soll innerhalb von vier Jahren verdoppelt werden - Unternehmen, die Lehrlinge einstellen, erhalten 10.000 Schilling

Wien (PWK788) - Die Bauindustrie setzt einen neuen, massiven Schwerpunkt in der Förderung der Lehrlingsausbildung. Jeder Unternehmer, der einen Lehrling einstellt, erhält eine "Ausbildungsprämie" von 10.000 Schilling. Damit soll die Zahl der Lehrlinge innerhalb von vier Jahren von knapp 400 auf 800 verdoppelt werden. "Die Krise in der Bauwirtschaft hat die Jugendlichen verunsichert. Wir haben derzeit nur noch halb so viele Lehrlinge als noch vor einigen Jahren. Trotzdem brauchen wir auch in Zukunft Fachkräfte und hochqualifiziertes Personal. Denn auf jedes Tief folgt ein Hoch", begründet Johannes Schenk, Geschäftsführer des Fachverbandes der Bauindustrie in der Wirtschaftskammer", die Initiative seines Verbandes bei einem Pressegespräch.

Ziel sei es nun, so Schenk, die Lehrlingszahlen nachhaltig so zu erhöhen, dass der Eigenbedarf der Branche gedeckt werden kann. Dafür soll die Lehrlingsquote in jedem Unternehmen jährlich um 30% angehoben werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der Fachverband ein besonderes Anreizsystem für die Betriebe ausgetüftelt. "Für jeden neu eingestellten Lehrling innerhalb der Quote gibt es 10.000,- S (726,73 Euro), für jede besetzte Lehrstelle über die Quote hinaus den doppelten Betrag. Insgesamt betragen die Kosten dieser Offensive 5 Millionen Schilling (363.364,17 Euro)", erläuterte Stephan Gillich, Vorsitzender des Ausschusses für Berufsaus- und Fortbildung im Fachverband der Bauindustrie. Gleichzeitig sponsert der Verband jeden Ausbildungsplatz der branchenspezifischen Fachhochschulstudienlehrgänge in Wien, Spittal/Drau und Graz ebenfalls mit 10.000 Schilling. "Wir brauchen diese Ausbildung in den Fachhochschulen, denn sie ist praxisorientierter als auf den Hochschulen", so Gillich. Zusätzliche Maßnahmen will der Fachverband zur Höherqualifizierung von angelernten Kräften ergreifen.

Lehrlinge in der Bauindustrie verdienen sehr gut. Mit einer Entschädigung von bis zu 19.272 Schilling (1.400,- Euro) monatlich im dritten Lehrjahr sind sie die Spitzenverdiener unter den Lehrlingen.

Die Lehrlingsinitiative der Bauindustrie ist kein einmaliges Projekt. Im Leitbild zur Berufsausbildung in der Bauindustrie, das beim Pressegespräch am Montag erstmals vorgestellt wurde, bekennt sich die Bauindustrie zu umfassenden Ausbildungsmaßnahmen. Die betriebliche Berufsausbildung wird von der Bauwirtschaft als echte Bildungsaufgabe aufgefasst, die mit Qualitätsbewusstsein verantwortungsvoll weiterzuentwickeln ist. Hochwertige Produkte verlangen hochwertiges Personal. Mit Lehrbauhöfen und der Lehrlingsausbildung, aber auch durch das Bekenntnis zu laufender Weiterbildung der Beschäftigten setzt die Bauindustrie starke Zeichen in der Ausbildung von Fachkräften.

Weitere Informationen über die Lehrberufe in der Bauindustrie finden Sie unter:

http://maurer.or.at
http://tiefbauer.or.at
http://schalungsbauer.or.at
(MH)

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Bauindustrie
Dr. Johannes Schenk
Tel.: (01) 504155122

Wirtschaftskammer Österreich

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