Grollitsch: Keine Geschäftemacherei mit Versuchstierpatenten!

Wien, 2001-11-05 (fpd) - Der freiheitliche Bundestierschutzsprecher und Nationalratsabgeordnete Dr. Udo Grollitsch nimmt die morgen in München stattfindende Demonstration des Internationalen Bundes der Tierversuchsgegner gegen die Patentierung einer in Harvard gezüchteten "Krebsmaus" zum Anlaß, gegen die Geschäftemacherei mit Tierleid und die Aufweichung von Tierversuchen zu protestieren. *****

Das Bundesgesetz über die Rechtsstellung von Tieren aus dem Jahre 1988 habe dazu geführt, so Grollitsch, daß die Rechtsstellung von Tieren endlich insofern verbessert worden sei, als Tiere seither nicht mehr als Sachen gelten und durch besondere Gesetze geschützt würden. Die Patentierung eines eigens für Versuchszwecke gezüchteten Tieres stehe dazu im eklatanten Widerspruch. Es sei völlig inakzeptabel, daß man unter dem Deckmantel der medizinischen Forschung und des Fortschritts der Wissenschaft gleichsam die gewissenlose Geschäftspraxis pharmazeutischer Großkonzerne auf Kosten leidgeprüfter Tiere gutheiße.

Die 1988 verabschiedete EU-Richtlinie über den Schutz biotechnologischer Erfindungen (98/44/EG), welche die Tierversuchsgegner nun gegen die Patentierung der "Krebsmaus" ins Treffen führten, enthalte zwar eine sogenannte Wegweisung, sei aber im großen und ganzen zu schwammig formuliert, um eine Aufweichung von Tierversuchen wirksam zu verhindern, beklagt der freiheitliche Tierschutzsprecher: "Was nützt es, wenn die EU das Leiden der Tiere, ohne wesentlichen medizinischen Nutzen für den Menschen oder das Tier verbietet, wenn es keine klare Definition dieses ,medizinischen Nutzens‘ gibt?".

Die Patentierung der "Krebsmaus" hieße, so Grollitsch weiter, die Büchse der Pandorra zu öffnen. Es wäre eine Einladung an gewissenlose Geschäftemacher innerhalb der Pharmaindustrie, noch grausamere Experimente an Versuchstieren zu planen und auch durchzuführen. Unabhängig vom Ausgang der konkreten Verhandlungen in München rund um die genmanipulierte "Krebsmaus" fordert der freiheitliche Tierschutzsprecher daher klarere und eindeutigere Formulierungen der EU gegen die Patentierung von eigens gezüchteten Versuchstieren. Einer Aufweichung von Tierversuchen sei jedenfalls entschieden entgegenzutreten. (Schluß)

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