Norwegen - ein kleiner, aber interessanter Markt für österreichische Exporteure

Besondere Chancen für die Ökobranche aufgrund des Nachholbedarfes

Wien (PWK787) - "Der norwegische Markt ist auf Grund seiner
geringen Größe relativ übersichtlich und transparent und besonders für Klein- und Mittelbetriebe, die hohe Vorlaufkosten im Export vermeiden wollen, besonders attraktiv", stellt der österreichische Handelsdelegierte in Oslo, Robert Luck fest. "Besondere Chancen werden österreichischen Unternehmen im Bereich Umwelttechnologie, Recycling und der Ökobranche eingeräumt", so Luck im Hinblick auf einen gewissen Nachholbedarf in Norwegen. Die Außenhandelsstelle Oslo verweist in diesem Zusammenhang besonders auf eine Veranstaltung im Herbst 2002, die "VVS-Dagene", Messe mit Fachtagung), die sich mit Wärmetechnik und Bioenergie beschäftigt.

Die österreichischen Exporte legten in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres um erfreuliche 7,8% auf 1.896 Mio. ATS zu, rund die Hälfte davon entfielen auf Lieferungen von Maschinenbauerzeugnissen und Fahrzeugen. Innerhalb dieser Warengruppe dominieren wertmäßig die Exporte von PKW, die um 15,7% auf 234 Mio. ATS gestiegen sind. Kraftfahrzeuge bleiben damit weiterhin das mit Abstand wichtigste Exportprodukt Österreichs nach Norwegen.

Im Konsumgüterbereich sind besonders die Exporte österreichischer Sportgerätehersteller, insbesonders im Bereich Wintersportausstattung mit einem Plus von 30% hervorzuheben. Hinter dieser Zahl stehen vor allem die erfolgreichen Aktivitäten der Fa. Fischer Ski. "Österreichische Konsumgüterproduzenten haben auf Grund der hohen Aufnahmefähigkeit des Marktes für Produkte des gehobenen Bedarfs ihre Marketingaktivitäten in Norwegen verstärkt", berichtet der Handelsdelegierte. Luck: "Diesen Trend unterstützen wir mit branchenspezifischen Aktionsprogrammen heuer und im kommenden Jahr wie Wirtschafsmissionen, Messebeteiligungen und individuell gestalteten Markterschließungskonzepten."

Die aktuellen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich auch auf die norwegische Konjunktur negativ ausgewirkt. Die Leistungsbilanz erreichte allerdings auf Grund des hohen Erdöl- und Erdgaspreisniveaus zur Jahresmitte einen neuen Rekordwert von 113 Mrd. NOK (ca. 14 Mrd. Euro). Für das Gesamtjahr wird ein Überschuss von 210 Mrd. (ca. 26 Mrd. Euro prognostiziert). Der Leistungsbilanzsaldo würde damit bereits 14% eines Jahres-BIP ausmachen. Der Ölfonds, in dem die Einnahmen aus dem Offshoregeschäft international langfristig veranlagt werden, kann somit im Laufe des Jahres weitere Dotationen erwarten und soll zum Jahresende einen Wert von 632 Mrd. NOK (ca. 78 Mrd. Euro), mehr als die Hälfte eines Jahres BIP erreichen! Für ausgabenseitig wirksame konjunkturbelebende Maßnahmen ergibt sich damit aber auch ein ausreichender Spielraum.

Mit Jahresbeginn wurde der Mehrwertsteuersatz von bisher 23% auf 24% angehoben und im Gegenzug mit Wirkung vom 1. Juli der Satz für Nahrungsmittel halbiert (12%). Man hofft damit, gemeinsam mit einer von der norwegischen Zentralbank unterstützten Hochzinspolitik, die Inflation in den Griff zu bekommen und gleichzeitig vorsichtig konjunkturbelebende Maßnahmen zu setzen.

Für das ablaufende Jahr wird trotz der eher schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf Grund einer wieder anziehenden Investitionstätigkeit des Offshoresektors und des öffentlichen Bereichs sowie einer Belebung der Konsumausgaben der privaten Haushalte eine leichte Konjunkturerholung erwartet, wobei die Schätzungen für die Gesamtjahreswachstumsrate zwischen 1 und 1,5% liegen. "Unternehmen, die an der positiven Trendwende im Offshorebereich teilhaben wollen, sollten sich schon jetzt den geplanten Austro-Visions-Stand auf der "Offshore Northern Seas ONS 2002" im August des nächsten Jahres vormerken", so der Handelsdelegierte.

Weitere ausführliche Informationen zum norwegischen Markt sind auf der Homepage der AHST Oslo: www.austria.no zu finden. (pt)

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