Faymann: Wien ist europaweit Vorbild für Umweltschutz im Wohnbau

Europasymposium Ökologisches Bauen in Wien eröffnet

Wien, (OTS) "Nicht nur in Österreich, sondern auch europaweit wird der Umweltschutz im Wiener Wohnbau als vorbildlich anerkannt. Alle Umweltschutzmaßnahmen (Thewosan, Verzicht auf Baumaterialien mit halogenierten Wasserstoffen, Umstellung auf Fernwärme und Gas bei Sanierungen...) insgesamt ergeben den gleich hohen Klimaschutzeffekt wie der permanente Verzicht auf 350.000 Autos", erklärte Wohnbaustadtrat Werner Faymann Montag bei der Eröffnung des Europasymposiums "Ökologische Baupraxis in Europa".****

Das Europa-Symposium für Ökologisches Bauen findet heuer zum zehnten Mal statt. Erstmals ist Wien Austragungsort dieses zweitägigen internationalen Treffens von Stadtplanern, Architekten, Ökologen und Fachleuten aus dem Baubereich. Es wird vom Österreichischen Institut für Baubiologie und -ökologie (IBO) in Kooperation mit Vertretern aus Deutschland, Belgien, Dänemark und Italien veranstaltet.

"Seit März 2001 fördert die Stadt die thermische Wohnhaussanierung über die sogenannte "Thewosan"-Schiene. Seit diesem Zeitpunkt wurden bereits 1,2 Milliarden Schilling an Förderungsmitteln zugesagt. Das Thewosan-Programm ist sehr ambitioniert, schließlich sollen bis zum Jahr 2006 Wohnhäuser mit insgesamt 100.000 Wohnungen saniert werden. Das entspricht in seiner Auswirkung für den Klimaschutz einem permanenten Verzicht von 40.000 PKWs in Wien", informierte der Wohnbaustadtrat. "Auch in diesem Bereich werden wir die Überlegungen über eine Ausweitung der umweltrelevanten Aspekte einfließen lassen. Fassaden dämmen wird nur einer von vielen Punkten sein, die Wohnen ökologisch noch verträglicher machen".

Höchste Umweltschutz-Standards im Neubau

Die Einführung des Bauträgerwettbewerbs im Jahr 1995 hat zu einer Reihe von qualitativen und quantitativen Verbesserungen des Wohnbaus in Wien geführt. Neben gesunkenen Errichtungskosten und einer deutlichen Steigerung des architektonischen Niveaus ist ein starker ökologischer Schub damit verbunden. Umweltschonende Planung ist inzwischen zu einem wichtigen Eckpfeiler des Wohnbaus in Wien geworden. Umweltschutz beim Bauträger-Wettbewerb hat sich inzwischen konsolidiert. Niedrigenergiehäuser sind Standard, energie- und trinkwassersparende Planung sind in allen geförderten Projekten eine Selbstverständlichkeit und die verwendeten Baumaterialien werden in größtmöglichem Ausmaß umweltschonend erzeugt. Für die Bewohner dieser neuen Wohnungen hat das spürbare positive Auswirkungen: Erstens ist ihre Energierechnung kleiner und zweitens ist das Wohngesundheits-Niveau gestiegen. Die verwendeten Materialien sind nicht nur umwelt- sondern vor allem menschenverträglich. Dazu kommt die Tatsache, dass Freizeit- und Erholungsbereiche einen immer größeren Stellenwert eingeräumt bekommen. So verfügt heute fast jede Neubauwohnung über eine Terrasse oder einen Balkon. Gemeinschafts-Dachgärten sind State of the Art, und in den letzten 5 Jahren ist es gelungen, durch kluge und bodensparende Garagenlösungen den Freiraum für Grünbereiche oder Spiellätze um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent zu erhöhen.

Eine neue ökologische Wohnbauqualität

Jetzt, nachdem sich diese umweltschonenden Maßnahmen konsolidiert haben und zum Standard geworden sind, ist es an der Zeit, eine neue Qualität des ökologischen Bauens anzustreben. Ökologisch Bauen hat nicht nur mit unserer Umwelt zu tun, sondern bedeutet für uns auch Wohnqualität und Behaglichkeit. Wir sind deshalb gerade dabei, einen umfassenderen ökologischen Ansatz für den geförderten Wohnbau zu erarbeiten. Dabei geht es darum, Wohnprojekte auf einem höheren, nachhaltigeren Niveau zu planen. Unter anderem müssen folgende Fragen gestellt werden: Wo liegt dieses Projekt? Ist es mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen? Wie hoch ist der Energieverbrauch? Welche Möglichkeiten der hauseigenen Energiegewinnung werden genutzt? Wie kann ich die Mieter besser über umweltverträgliches Wohnen informieren?

Noch in diesem Jahr wird eine Arbeitsgruppe eine Machbarkeitsstudie für "ökologische Passivhäuser" in Wien vorlegen. Dabei geht es nicht um aufwendige hochtechnische Lösungen, wie sie in Pilotprojekten für Einfamilienhäuser bereits vorliegen. Sondern es geht weit größere Wohneinheiten im Bereich von 100 bis 200 Wohnungen. Hier muss eine Reihe von unterschiedlichen Maßnahmen ineinander greifen, um ökologischen Passivhausstandard bei hoher Wohnqualität zu erreichen. Denn Behaglichkeit und ökologische Kriterien schließen einander nicht aus. (Schluss) gmp

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