Walfang: Japan-Botschaft im Greenpeace-Visier

Weltweite Greenpeace-Aktion gegen Auslaufen der japanischen Walfänger

Wien/Tokyo (OTS) - Hunderte Greenpeace-Aktivisten protestierten heute Vormittag in einem weltweiten Aktionstag gegen das Auslaufen der japanischen Walfangflotte morgen Nacht. Mit riesigen Augäpfeln demonstrierten die Umweltschützer, dass die Welt Japan genau beobachtet: "The World is watching you"! Greenpeace forderte vor der japanischen Botschaft in Wien - ebenso wie in 17 anderen Staaten -den japanischen Premierminister Koizumi auf, das Auslaufen der Flotte zu stoppen. Zeitgleich mit den Protesten vor den Botschaften richteten Tausende Menschen weltweit Fax- und Email-Proteste an den japanischen Premierminister: Der heutige Montag ist auch Startschuss für das "Globale Wale Aktionsteam", ein Zusammenschluss von Cyber-und Realworld-Aktivisten (Details unter www.greenpeace.at).

Die japanische Walfangflotte wird den südjapanischen Hafen Shimonoseki in der Nacht auf den 7. November verlassen. Ihr Ziel ist die Antarktis, wo die Walfänger - angeblich zu wissenschaftlichen Zwecken - 450 Minkewale erlegen wollen. Sie ignorieren dabei eine ausdrückliche Aufforderung der Internationalen Walfang Kommission (IWC), "das Töten von Walen einzustellen" ebenso, wie die Tatsache, dass die IWC die Antarktis zu einem Walschutzgebiet erklärt hat!

Japan steht kurz davor, das Verbot des kommerziellen Walfangs zu kippen. "Mit Entwicklungshilfegeldern kauft Japan die Mehrheit in der Internationalen Walfang Kommission! Diese Mehrheit steht im krassen Gegensatz zur weltweiten Ablehnung der Jagd auf Wale," erklärt Greenpeace-Meeresbiologin Nina Thüllen. Im Juli dieses Jahres hat Japan erstmals offen zugegeben, Entwicklungshilfegelder zu nutzen um die Stimmen anderer Länder zu kaufen. Auf den Tagungen der IWC stimmen regelmäßig neun Entwicklungsländer mit Japan, die in den Stimmenkauf verwickelt sind. Der Regierungschef eines Karibik-Staates hat sogar zugegeben, dass sein Land seine Stimme an Japan verkauft hat.

Die nächste Tagung der Internationalen Walfang Kommission findet im Mai 2002 in Shimonoseki statt, dem Heimathafen der japanischen Walfangflotte. "Japan kämpft mit allen Mitteln dafür, dass Deckmäntelchen des wissenschaftlichen Walfangs abzulegen und offiziell zum Hochsee-Walfang zurückkehren zu können. Auch in diesem Jahr werden die Japaner wieder schamlos Bestechung einsetzen um dieses Ziel zu erreichen," so Greenpeace-Meeresbiologin Thüllen. Der japanische Greenpeace-Experte Motoji Nagasawa ergänzt: "Jahr für Jahr hat Japan die weltweite Meinung ignoriert. Wir haben den japanischen Premier Koizumi aufgefordert, die Flotte zu stoppen, bevor sie den Hafen verlässt." Greenpeace wird alles daran setzen, das Waleschlachten der japanischen Flotte zu verhindern.

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Antje Helms, Meeresbiologin, tel. 01-5454580-21

Axel Krotz, Pressesprecher, tel. 0664-2407075 oder
01-5454580-33
Nina Thüllen, Meeresbiologin vor Ort, tel. 0664-5484553

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