"profil": Kaprun: Polizei hat 15 Strafanzeigen eingebracht

Stafranzeige wegen Verdachts auf fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst - fehlende Kontrollen von Heizlüftern und Hydraulik

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat die Salzburger Kriminalpolizei nun auf Grund ihrer Ermittlungsergebnisse beim Landesgericht Salzburg gegen 15 Personen Strafanzeige wegen des Verdachtes der fahrlässigen Herbeiführung einer Feuersbrunst (§ 177, Abs. 1 und 2, StGB) eingebracht. Bei den Angezeigten handelt es sich um drei Angestellte der Gletscherbahnen Kaprun AG (Betreiber der Unglücksbahn), zwei Mitarbeiter der Firma Swoboda (Einbau des untauglichen Heizlüfters), zwei Techniker der Firma Rexroth (Montage der Hydraulik), zwei Beamte der Zulassungsbehörde im Verkehrsministerium, zwei Mitarbeiter des TÜV Österreich sowie einen Prüftechniker eines Zivilingeneurbüros.

In den zuletzt durchgeführten Einvernahmen der verdächtigten Personen habe sich herausgestellt, dass der als Brandursache geltende Heizlüfter nicht kontrolliert worden war und dass bei der großen TÜV-Überprüfung im Jahr 1997 die Hydraulik des Unglückszuges ebenfalls nicht überprüft worden war. Einen weiteren Ansatzpunkt für die Staatsanwaltschaft, die nun über die Anklageerhebung zu entscheiden hat, bietet die Brandschutztür zwischen dem Tunnel und dem "Alpincenter". Diese hatte sich nach dem Unfall nicht geschlossen und so das Eindringen von Giftgasen ermöglicht, was drei Menschen das Leben kostete. Für den automatischen Türantrieb gab es keine generelle Zulassung, so das Nachrichtenmagazin.

Mit einem Strafantrag durch die Staatsanwaltschaft sei angesichts der Komplexität des Falles nicht vor dem kommenden Frühjahr zu rechnen, berichtet "profil".

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"profil"-Redaktion

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