"profil": Van der Bellen kritisiert Militäraktion der USA

Grünen-Chef nenn US-Vorgehen in Afghanistan "nicht zweckmäßig und nicht verhältnismäßig" - fordert internationalen Gerichtshof für Kampf gegen Terror

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" weist der grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen Kritik an der Haltung seiner Partei in der Frage der Terrorbekämpfung zurück. Van der Bellen: "Wir glauben im Zusammenhang mit einer möglichen Auslieferung von Osama Bin Laden nicht, dass es genügt, einen eingeschriebenen Brief zu schicken. Es soll eine Abfolge geben: Untersuchungen, internationaler Haftbefehl, Auslieferungsbegehren und notfalls auch begrenzte militärische Mittel. Das ist keine naiv-pazifistische Position."

Im Kampf gegen den Terror fordert der grünen-Chef im "profil"-Interview die Einsetzung eines internationalen Tribunals. Van der Bellen: "Für solche Fälle sind Gerichtshöfe wie jener in Den Haag ad hoc gegründet worden. Vor solche Gerichtshöfe müssen solche Leute gestellt werden. Mit einer fairen Chance der Verteidigung." Die derzeit laufenden militärischen Aktionen seien, so Van der Bellen, "nicht zweckmäßig und nicht verhältnismäßig". Van der Bellen: "Die sogenannten Pazifisten haben keine einfachen Antworten auf diese Fragen. Aber die, die das Kriegshurra vertreten, auch nicht."

Der politische Inhalt der Neutralität habe sich zwar seit 1955 verändert, so Van der Bellen, sie sei allerdings "für den Kriegsfall gebaut worden". Der Grünen-Chef: "Dieser Kriegsfall ist jetzt gegeben, unabhängig davon, wem unsere Sympathien gehören und die gehören sicher nicht dem Taliban-Regime."

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"profil"-Redaktion

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