FORMAT: 14 von 27 Werken der RHI stehen in den USA vor der Schließung

Wegen 600.000 Asbestklagen könnte auch das gesamte US-Geschäft der RHI abgetrennt werden

Wien (OTS ) - Die Situation beim Feuerfest-Konzern RHI wird immer brenzliger. Nun steht die Hälfte der Fabriken in den USA vor der Schließung. In der Montag-Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT gesteht RHI-Chef Georg Obermeier ein: "14 von 27 US-Werken müssen wir möglicherweise sperren." Die Produktionen sind nicht ausgelastet. Schon im Halbjahr wurden in Übersee 230 Millionen Schilling Verlust verbucht. Seither hat sich die Lage noch verschärft.

Außerdem muß ein gravierendes Asbestproblem raschest gelöst werden. In den USA wurden Sammelklagen mit insgesamt 600.000 Fällen von möglichen Asbestgeschädigten gegen die RHI eingebracht. Das Unternehmen ist zwar auf 2,5 Milliarden Dollar versichert. Es ist aber unsicher, ob diese Summe ausreicht. FORMAT berichtet von einem streng vertraulichen Papier des Consulters Roland Berger, der vorschlägt, alle amerikanischen RHI-Töchter abzuspalten, um Haftungen der ohnehin schwer angeschlagenen Konzernmutter zu verhindern. Danach könnten die RHI-Firmen Global Industrial Technologies (GIT), A.P. Green, Harbison-Walker und Narco in eine neue Mantelgesellschaft eingebracht werden. Eigentümer dieser so genannten "NewCo" sollen Manager und Anwälte sein, die sich auf solche Risikodeals spezialisiert haben. Obermeier bestätigt gegenüber FORMAT: "Die Abspaltung des USA-Geschäfts vom österreichischen ist ein Thema. Es muß da aber noch mehr Gehirnschmalz rein rinnen."

Laut dem brisanten Konzept könnte die "NewCo" im zweiten Schritt Insolvenz anmelden und sich unter den Schutz des "Chapter 11" begeben: eine amerikanische Spielart unseres Ausgleichsverfahrens. Das operative Geschäft soll danach via "asset deal" von der RHI zurückgekauft werden. Die Risken blieben in der "NewCo".

Die Gläubigerbanken, vor allem Bank Austria, Erste und Raiffeisen, haben der Transaktion noch nicht zugestimmt. Sie zittern um insgesamt zwölf Milliarden Schilling Kredite. Daß seit einer Krisensitzung der Geldinstitute am 19. Oktober für die RHI-Gruppe bereits die 60-Tage-Frist läuft, die eine drohende Insolvenzgefahr anzeigt, bestreitet Obermeier im FORMAT: "Bei der Bankenrunde gab es Übereinstimmung, daß die Kreditrahmen erweitert werden." Endgültige Klarheit soll aber erst ein Restrukturierungsgutachten von Roland Berger bringen, das Ende November vorliegt.

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