"profil": Ferrero-Waldner wünscht Stellungnahme Klestils zu angeblichem Außenamtspapier

Außenministerin will bei Gesprächen des Bundespräsidenten bei dessen Staatsbesuchen anwesend sein - angebliches Außenamtspapier "hoffentlich" nicht von Klestil - will "Streitereien" beenden -verweist auf Rolle der Präsidentengattin

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" weist Außenministerin Benita Ferrero-Waldner Vorwürfe zurück, dass die Besuchsdiplomatie der österreichischen Bundesregierung nicht mit dem Bundespräsidenten abgestimmt sei. Ferrero-Waldner verweist in diesem Zusammenhang, ähnlich wie es der Bundeskanzler jüngst in der ORF-"Pressestunde" getan hat, auf die Funktion von Präsidentengattin Margot Klestil-Löfler als Beamtin des Außenministeriums. Ferrero-Waldner:
"Es ist ganz klar, dass seine Gattin an einer verantwortungsvollen Stelle im Außenministerium sitzt, wo sie alle Informationen hat." Der Bundespräsident erhalte Informationen ihres Ministeriums aber auch "durch die verschiedenen Referenten".

Die Außenministerin fordert den Bundespräsidenten im "profil"-Interview auf, sich von einem Papier zu distanzieren, das kürzlich von der Zeitschrift "News" publiziert worden war und in dem Kritik an der Besuchsdiplomatie der österreichischen Bundesregierung und mangelnden Koordination mit den Reisen des Bundespräsidenten geübt wird. Ferrero-Waldner: "Es wäre schön, wenn er dazu etwas sagen könnte." Sie hoffe, dass sich der Bundespräsident "mit diesem Papier nicht identifizieren kann" und dass das Papier "hoffentlich nicht von ihm" sei.

Sie habe die Auseinandersetzung mit dem Bundespräsidenten jedenfalls nicht begonnen, so die Außenministerin. Ferrero-Waldner: "Wir sollten diese Streitereien wirklich beilegen." Die Koordination ihrer Reisetätigkeit sei jedoch schwierig. Ferrero-Waldner im "profil"-Interviw: "Jeder, Außenministerin, Bundeskanzler und Bundespräsident reisen jeweils auf ihrem Niveau. Man kann sich nicht immer abstimmen, wer wann wohin fährt."

Sie sei auch jederzeit bereit, den Bundespräsidenten häufiger bei seinen Staatsbesuchen zu begleiten, so die Außenministerin, die dies bisher erst einmal getan hat. Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie "inhaltlich auch mit dabei sein" und an den Unterredungen des Bundespräsidenten mit dessen Gesprächspartnern teilnehmen könne. Ferrero-Waldner: "Fünf bis zehn Minuten unter vier Augen ist kein Problem. Aber ein ganzes Gespräch zu führen und die Außenministerin beiseite zu lassen, ist sicher nicht sinnvoll."

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"profil"-Redaktion

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