"profil": Mock für Abkehr von Neutralität

Ex-Außenminister kritisiert im "profil"-Interview Bundespräsidenten - "Geheimpapier" für Mock eine Fälschung -Neutralität laut Mock ohne Substanz und Bedeutung

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" äußert der frühere Außenminister und ehemalige ÖVP-Bundesparteiobmann Alois Mock vorsichtige Kritik an Bundespräsident Thomas Klestil im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Auslandsreisen heimischer Spitzenpolitiker. Mock: "Wenn es um die Außenvertretung geht, hat der Bundespräsident eine repräsentative Aufgabe. Er muss und soll sich keinen Wettlauf mit Regierungsmitgliedern um Reisetermine liefern."

Weiters fordert der Ex-Außenminister den Bundespräsidenten auf, sich von jenem Papier zu distanzieren, das kürzlich von der Zeitschrift "News" publiziert wurde und in dem scharfe Kritik an der Besuchsdiplomatie des Bundeskanzlers und der Außenministerin geübt wird. "Ich würde es für sinnvoll erachten, wenn der Bundespräsident durch eine grundsätzliche Aussage zur österreichischen Außenpolitik zur Bereinigung der Sache beitragen würde", meint Mock, der das Papier überdies für eine "Fälschung" hält.

Kritisch äußert sich der ehemalige ÖVP-Bundesparteiobmann über das Verhalten Klestils während der Regierungsbildung. Mock: "Ich habe nicht verstanden, warum er sich so gegen diesen Regierungswechsel gewandt hat. Es ist sein gutes Recht, dagegen aufzutreten. Aber schwarz-blau war eine demokratische Alternative, es wurde gewählt, es gab Mehrheiten und schließlich eine Regierung."

Der frühere Außenminister tritt im "profil"-Interview unmissverständlich für eine Abkehr Österreichs von der Neutralität ein. Mock: "Die Neutralität hat ihre Bedeutung, ihre Substanz seit langem verloren. Es bringt nichts, einem Phantom nachzulaufen."

Einen baldigen NATO-Beitritt Österreichs schließt Mock gegenüber "profil" allerdings aus: "Österreich hat viele Möglichkeiten, sich in der europäischen Sicherheitspolitik einzubringen. Ein Beitritt zur NATO ist derzeit nicht aktuell."

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"profil"-Redaktion

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