E-Wirtschaft: Lohn- und Gehaltsverhandlungen abgeschlossen

Forderung an Regierung, Altersteilzeitregelungen nicht zu verschlechtern

Wien (GPA/GMT/ÖGB). Die Verhandlungen von Metallergewerkschaft und GPA mit den Arbeitgebervertretern der E-Wirtschaft über Lohn- und Gehaltserhöhungen für die Beschäftigten wurden am Abend des 31. Oktober nach insgesamt zwei Verhandlungsrunden abgeschlossen. Mit einer Verteiloption wurde der individuellen Lage der Unternehmen Rechnung getragen, eine Option zur Beschäftigungssicherung erhöht die Arbeitsplatzsicherheit der rund 7.100 Arbeiter und 21.000 Angestellten.++++

Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne- und Gehälter steigen um 3,6 Prozent. Der neue monatliche Mindestlohn beträgt 16.701,36 Schilling, das sind 1.213,73 Euro. Die Ist-Löhne werden um 14,53 Euro, das sind 200 Schilling erhöht. Der so angehobene Betrag wird um 3,1 Prozent erhöht.

Für die Ist-Löhne kann eine Verteiloption vereinbart werden:
Anstelle der generellen Ist-Lohnerhöhung kann eine Erhöhung der Lohnsumme um 3,4 Prozent festgelegt werden, wobei 0,5 Prozent der Lohnsumme zur innerbetrieblichen Verteilung verwendet werden müssen. Die KV Partner haben sich auf eine Optionsmöglichkeit zur betrieblichen Beschäftigungssicherung geeinigt: Der Beitrag für die beschäftigungssichernden Maßnahmen beträgt 0,5 Prozent der jeweiligen Lohnsumme. Die Lehrlingsentschädigungen, Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden um 3,6 Prozent erhöht.

Der neue Kollektivvertrag gilt ab 1. November 2001 und hat eine Laufzeit von 15 Monaten, gilt damit also bis 31. 1. 2003. Auf 12 Monate umgelegt bedeutet das eine Erhöhung der Ist-Löhne um ca. 2,9 Prozent. Mit der Verlängerung der Laufzeit ist es den Gewerkschaften gelungen, die Bereiche der Energiewirtschaft (Energie-Erzeugung und -Verarbeitung) auf einen Termin zu vereinen und so die gemeinsame, effiziente Vertretung der Interessen aller in diesen Bereichen Beschäftigten zu ermöglichen.

Im rahmenrechtlichen Bereich konnten wichtige Verbesserungen erreicht werden: Die Regierung hat die kollektivvertraglichen Krankengeldzuschüsse per Gesetz um 6 Wochen gekürzt, die Gewerkschaften konnten das im Kollektivvertrag mit einer Vereinbarung über zusätzlichen Krankengeldzuschuss bei Arbeitsunfällen wettmachen. Weiters wurde eine neue Arbeitszeitregelung bei Montage und Revisionsarbeiten und die neue Staffelung des Kilometergeldes vereinbart.

Zum Thema Altersteilzeit haben die KV-Partner eine gemeinsame Erklärung abgegeben. Beide Kollektivvertragspartner fordern darin die Regierung auf, bei den Regelungen zur Altersteilzeit keinerlei Verschlechterungen vorzunehmen. Die Regelungen hätten sich bewährt und seien Grundlagen für die Planung des Übertritts in den Ruhestand, ebenso Instrument der Personalplanung. Solche Regelungen müssten, auch im Interesse der Rechtssicherheit, mittelfristig verlässlich sein.

ÖGB, 2. November 2001
Nr. 913

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