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Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Ist Kärnten anders?

Utl.: Ausgabe vom 1. Nov. 2001=

Nichts ist nicht möglich: Die Politik plagt sich
redlich und verifiziert den "Lehrsatz" lückenlos. Springt dabei über Hürden, die zu nehmen "allen Respekt" abverlangen. Gewisser Respekt ist dieser Tage auch dem auseinander gelebten blau-schwarzen Paar in Kärnten zuzusprechen. Nach monatelangem Kuschelkurs, der über alles und jedes hinweggerattert ist, was dem FP-VP-Pakt zuwiderlief, wurde der kleine Partner ÖVP nun brüsk ins Eck verfrachtet.
Dass sich Blau Rot anlacht, und Letztere "im Spiel der freien Kräfte" (so Vorsitzender Peter Ambrozy) zurücklächelt, ist eine Sache. Die andere - die Abservierung der ÖVP - die wesentlich brisantere:
Kärnten ist, wenn auch "anders", noch lange nicht Freistaat. Kärnten ist ein Steinchen im Österreich-Mosaik. In einem Mosaik, das 1999 Rot abgelegt und seine schwarz-blaue Verbrüderung gefeiert hat.
Die Verbrüderung bröckelt: Während man auf Bundesebene die sich häufenden Koalitionszwiste (noch) mit smartem Lächeln niederredet, ist Kärnten zum blau-schwarzen Trümmerfeld geworden. FPÖ und ÖVP wenden sich mit Grauen voneinander. Für die Volkspartei ist das Grauen ein Doppeltes: Umfragen sehen die ÖVP im Sturzflug zur Minipartei. Acht Prozent sind bedrohliche Zukunftsmusik...
Wenn nun der designierte FPÖ-Chef Martin Strutz konstatiert: "Wir haben viele Gemeinsamkeiten mit den Sozialdemokraten" ist seine Aussage nicht plumpe Anbiederung. Primär muss sie für ÖVP-Obmann Schüssel alarmierendes Signal sein. Immerhin sitzt in Kärnten einer, der die Marionetten tanzen lässt.

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