MURAUER: ZUKUNFT DES BUNDESHEERES LIEGT AUCH BEI PROFI-MILIZSOLDATEN

Wien, 31. Oktober 2001 (ÖVP-PK) Auf die zunehmende Bedeutung von Profi-Milizsoldaten machte heute, Mittwoch, ÖVP-Wehrsprecher Abg. Walter Murauer aufmerksam. "Auf Grund der neuen Aufgaben und der geänderten Strukturen im österreichischen Bundesheer wird es in Zukunft immer weniger Berufssoldaten geben, wobei die Bedeutung von Profi-Milizsoldaten aber stetig zunimmt" kommentierte Murauer seinen Vorstoß und unterstrich die Wichtigkeit eines Profi-Milizsystems, das eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten müsse. ****

"Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen haben sich seit dem EU-Beitritt und der Ratifizierung der Verträge von Amsterdam und Nizza einem starken Wandel unterzogen", analysierte Murauer und verwies auf die verstärkte Zusammenarbeit im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Österreich werde sich mit etwa 2000 Mann an der europäischen KIOP (=Kräfte für internationale Operationen) beteiligen, was einen sehr hohen Personalaufwand erfordern werde. Für diese und alle anderen Aufgaben im In- und Ausland bestehe natürlich großer Bedarf an qualifizierten und motivierten jungen Frauen und Männern, die sich für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung stellen. Die Entwicklung hin zu einem Profi-Milizheer sei daher die logische Konsequenz aus dem immer größeren Erfordernis an Milizsoldaten und dem Bedarf an Berufssoldaten.

Für Murauer sei es weiters sehr wichtig, dass ein solches Profi-Milizsystem eng mit der Wirtschaft zusammenarbeite: "Wenn das Bundesheer genügend gut qualifizierte junge Frauen und Männer für einen bestimmten Zeitraum verpflichten will, so muss neben dem finanziellen Anreiz vor allem die Möglichkeit eines Wiedereinstiegs in das wirtschaftliche Berufsleben bestehen." Bezüglich der tragenden Rolle, die die Wirtschaft in einem Milizsystem inne hat, meinte Murauer: "Ich glaube, dass die Zusammenarbeit zwischen Bundesheer und Wirtschaft sehr wohl möglich ist, da sich die Anforderungen an gutes Personal vielfach decken" und zählte Teamfähigkeit, Führungsverhalten, vernetztes Denken, Verantwortungsbewusstsein, Fremdsprachen, EDV- und Technikkenntnisse genauso wie handwerkliche Fähigkeiten als Beispiele auf. Für den Wehrsprecher ist es aber auch klar, dass Umschulungen und ergänzende Ausbildungen im militärischen wie auch im wirtschaftlichen Bereich angeboten werden müssen, um einen Wiedereinstieg in das zivile Berufsleben zu erleichtern. Milizsoldaten müssen einen Anreiz haben, sich über einen gewissen Zeitraum für bestimmte Aufgaben, wie den Assistenzeinsatz, Objekt-und Flächenschutz und Auslandseinsätze zu verpflichten", forderte Murauer abschließend.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 01/40110-0ÖVP-Parlamentsklub

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK/VPK