Wirtschaftsministerium weist Kritik der Ärztekammer zurück

Neues Arbeitnehmerschutzgesetz forciert effiziente Prävention von Gesundheitsgefährdungen

Wien (BMWA/OTS) - Im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit stoßen die Vorwürfe der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), der Entwurf des Arbeitnehmerschutz-Reformgesetzes würde die Gesundheitsvorsorge gefährden, auf Verwunderung und Unverständnis:
"Die derzeitigen Mindesteinsatzzeiten entsprechen in keinster Weise den jeweiligen Belastungen und Gefährdungen am Arbeitsplatz und sollen daher durch ein gefahrenangepasstes, differenziertes System ersetzt werden." ****

Die unverständliche Polemik der ÖÄK wird an dem von ihr selbst gewählten Beispiel eines Bürobetriebs mit 60 ArbeitnehmerInnen deutlich: Die arbeitsmedizinische Betreuung wird nämlich nicht von 37 Minuten pro Mitarbeiter und Jahr auf 25 Minuten verringert, sondern wird in Zukunft sogar bis zu 43,2 Minuten pro Mitarbeiter und Jahr betragen, also wesentlich über den heutigen Zeiten liegen - ganz abgesehen davon, dass es sich dabei um bloße Mindesteinsatzzeiten handelt. Bei besonderen Belastungen und Gefährdungen müssen nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes zusätzliche Beratungsleistungen zugekauft werden.

Gerade den neuen Risiken in der Arbeitswelt, wie Stress und psychosozialen Belastungen, soll ja durch die zusätzliche präventive Beratung durch Arbeitspsychologen begegnet werden, weshalb die Kritik der Ärztekammer, die selbst auf die Zunahme von Stress, Burnout und Mobbing verweist, an der zukünftigen Tätigkeit dieser Experten im Arbeitnehmerschutz geradezu absurd erscheint. Es geht bei wirksamer betrieblicher Prävention auch nicht darum, bereits aufgetretene Erkrankungen zu diagnostizieren und zu therapieren, sondern darum, die Arbeitszeitgestaltung, die Arbeitsorganisation und die Arbeitsverfahren im Vorhinein menschengerecht zu gestalten, um Belastungen und Gefährdungen zu vermeiden.

"Die Neuregelung der Präventionszeiten ist das Kernstück der Sozialpartnereinigung zum Arbeitnehmerschutz-Reformgesetz. Durch sie wird der für eine optimale Prävention notwendige interdisziplinäre Ansatz im Arbeitnehmerschutz weiter ausgebaut. Und effiziente, umfassende Prävention bedarf nicht nur der Arbeitsmedizin und der Sicherheitstechnik, sondern erfordert zusätzliches Fachwissen anderer Experten, wie insbesondere Psychologen."

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